Bewerber über 50:Mit Erfahrung punkten

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"Ältere sind mit dem Bewerbungsschreiben oft aus der Übung", räumt Carolin Lüdemann ein. "Sie müssen sich zunächst damit befassen, wie heute eine Bewerbung erstellt wird." Wichtig sei es, Anschreiben und Lebenslauf auf die Stellenausschreibung abzustimmen. Eine Bewerbung sollte jedoch nicht überfrachtet werden. "Natürlich haben ältere Arbeitnehmer im Laufe ihres Berufslebens viele Weiterbildungen gemacht und können Zeugnisse beifügen." Doch auch hier komme es darauf an, eine Auswahl zu treffen, die zur ausgeschriebenen Stelle passt. Angaben zu Ausbildung und Studium etwa gehörten bei älteren Bewerbern nicht mehr ins Anschreiben. Auch was die Bewerbung per E-Mail betrifft, müssten sie oftmals dazulernen. "Wer nicht erkennt, welchen Markt das Internet darstellt, vergibt Chancen", sagt Jürgen Hesse.

Im Vergleich zu Berufsanfängern verfügen erfahrene Arbeitnehmer meist über mehr Kontakte und ein größeres Netzwerk. Und die lassen sich für die Stellensuche durchaus nutzen. "Sie können ihre Fühler in ihre Netzwerke ausstrecken", sagt Carolin Lüdemann. Und wenn es mit der Jobsuche doch nicht klappt, könne auch Zeitarbeit eine Alternative sein. Arbeitnehmer mit Erfahrung, gerne auch mit akademischem Hintergrund, seien gefragt. Was die kommenden Jahre betrifft, sind Karriereberater jedenfalls optimistisch: "In Zukunft werden Personaler ohne mit der Wimper zu zucken, auch noch 60-Jährige einstellen", sagt Jürgen Hesse.

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