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Bessere Noten durch strenge Erziehung:Eine Zwei? Völlig inakzeptabel!

Druck und Drohungen im Kinderzimmer: Chinesische Schüler sind besser, weil sie strenger erzogen werden, sagt Amy Chua, Professorin an der US-Elite-Universität Yale. Sie stellt ihr Erfolgsmodell in einem Buch vor - und Amerika ist empört.

Die jüngste Pisa-Studie hat es gezeigt: Die besten Schüler der Welt kommen aus Shanghai. Und die Welt rätselt, warum Chinas Kinder erfolgreicher sind als ihre Altersgenossen in Europa oder den USA. Amy Chua, Jura-Professorin aus Yale mit chinesischen Wurzeln, liefert jetzt die Antwort: Die Erziehung macht den Unterschied. Wo Amerikaner und Europäer sich um die natürliche Entfaltung und das Selbstbewusstsein ihres Nachwuchses sorgen, sagen chinesische Eltern ihren Kindern klar und deutlich, worum es geht: der oder die Beste zu sein.

Pupils attend a Yoga exercise session during break time at a primary school in Suining

Nur nicht aus der Reihe tanzen: Chinesische Kinder während einer Yoga-Übung in ihrer Schule. Ihre guten Noten verdanken sie laut Amy Chua der strengen Erziehung.

(Foto: REUTERS)

Amy Chua macht das bei ihren Töchtern Sophia und Lulu nicht anders - und sie sorgt mit strengen Regeln dafür, dass es auch klappt. Die Verbotsliste im Hause Chua ist lang: Keine Übernachtung bei Freunden, keine Teinahme am Schultheater, keine Widerrede, kein Fernseher, keine Computerspiele, keine Freizeitaktivitäten, keine Note nach Hause bringen, die schlechter ist als eine Eins.

Was die Kinder dürfen, beziehungsweise müssen: Klavier oder Geige spielen - wenn nötig, nächtelang - und in allen Fächern die Besten sein. Außer in Sport oder Schauspiel, da spielt es keine Rolle. Ob sie selbst das wollen oder nicht - Amy Chua ist es egal. "Chinesische Eltern wissen, dass nichts Spaß macht, solange man nicht gut darin ist. Um gut in etwas zu werden, muss man arbeiten, und Kinder wollen von sich aus nie arbeiten. Deshalb ist es so wichtig, sich über den Willen der Kinder hinwegzusetzen", schreibt sie unter dem Titel "Warum chinesische Mütter besser sind" im Wall Street Journal - nicht ohne klarzustellen, dass "chinesische Mütter" auch aus Korea, Indien oder Irland kommen können.

Dass sie selbst ihre Prinzipien ohne Rücksicht auf ihre Töchter durchsetzt, macht sie ebenfalls deutlich. Verhält sich eines ihrer Kinder nicht so, wie sie es gerne hätte, nennt sie es schon mal "Dreckstück" - und versteht das durchaus als Motivation. Amerikanische Eltern sehen das nicht genauso, weiß Amy Chua: "Als ich davon auf einer Dinner-Party erzählte, brach eine anwesende Mutter in Tränen aus und musste die Feier frühzeitig verlassen", schreibt sie.

Inzwischen echhauffieren sich Mütter im ganzen Land, denn was Amy Chua in ihrem Artikel im Wall Street Journal nur andeutet, breitet sie in ihrem jüngsten Buch Schlachtruf der Tigermutter ausführlich aus. Das Buch ist vergangene Woche erschienen - und die Reaktionen darauf fallen heftig aus.

Allein unter dem Artikel im Wall Street Journal finden sich inzwischen mehr als 5000 Kommentare - die meisten davon richten sich gegen die Autorin. Als "Monster" und "Verrückte" wird sie beschimpft. "Eltern wie Amy Chua sind der Grund, warum asiatischstämmige Amerikaner wie ich in Therapie sind", muss sie sich von Lesern vorwerfen lassen.

Und das ist noch harmlos. In einem Interview mit der New York Times berichtet die Yale-Professorin von Morddrohungen und mehreren hundert E-Mails als Reaktion auf ihren Artikel. Mit so viel Aufregung hat sie nicht gerechnet.

Es scheint, als fürchte Amerika um die Leistungsstärke seines Nachwuchses - und die Legitimation der eigenen Erziehungsgrundsätze. Jetzt wird heftig darüber debattiert, wie unmenschlich Chuas Erziehungsmethoden sind - oder ob sie vielleicht doch recht hat. Denn der Erfolg, den sie von ihren Kindern fordert, den bekommt sie auch. Die inzwischen 18-jährige Sophia trat als Pianistin bereits in der New Yorker Carnegie Hall auf. Und auch Lulu überwand dank ihrer Mutter so manche Hürde.

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