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Berufswahl:Leidenschaft statt Kalkül

Studium als beste Ausbildung

Generell ist gut beraten, wer sich überhaupt für die Hochschule entscheidet. "Das Studium an sich hat einen Marktwert", sagt Susanne Böhlich, Abteilungsleiterin Personalmarketing und Nachwuchsentwicklung bei der Deutschen Post World Net. Denn nach wie vor gebe es keine andere Ausbildung, die wichtige Fähigkeiten wie analytisches Denken, das selbständige Einarbeiten in unbekannte Themen und die Lösung von Problemen im Team so fördert, wie die Hochschule es tut.

Wer sich ein Studium zutraut, sollte es also in Angriff nehmen - auch wenn er damit gerade nicht im Trend liegt. Das Statistische Bundesamt stellte fest, dass die Zahl der Studienanfänger gegenüber 2003 um fünf Prozent zurückgegangen ist, obwohl die Schulabgängerzahlen um 17 Prozent gestiegen sind. 28 Prozent mehr Abiturienten haben sich für eine betriebliche Ausbildung entschieden. Schuld ist vermutlich die Umbruchsituation an den Hochschulen: Die neuen Abschlüsse, Bewerbungsverfahren und nicht zuletzt die Studiengebühren schüren Unsicherheit.

Abiturienten sollte das trotzdem nicht abschrecken. Denn auf eine Prognose ist Verlass und das ist die demographische Entwicklung. Spätestens vom Jahr 2015 an werden Fachkräfte Mangelware sein. Schon heute weiß man, dass die Zahl der Schüler, die dann die Universität verlassen, nicht der Zahl der Hochqualifizierten entspricht, die in Rente gehen. Deshalb können sich Absolventen aller Fächer auf einen entspannteren Arbeitsmarkt freuen.