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Berufsanfänger:Betteln um den ersten Job

Was tun, wenn nach dem Uni-Abschluss nicht gleich ein toller Job wartet? Bewerbungscoaches sind uneins: Verkaufen sich Absolventen in einem Praktikum unter Wert, oder ist es eine gute Chance für den Einstieg?

Finden Hochschulabsolventen nach dem Abschluss nicht gleich einen Job, kann sich auch dann noch ein Praktikum lohnen. Wenn die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt generell schlecht sind, müssten Absolventen umdenken, glaubt der Bewerbungsberater Gerhard Winkler aus Berlin.

Praktikantendemo in Berlin, ddp

Erst ein Praktikum, dann ein Job: Studenten sollten sich frühzeitig um Praxiserfahrung bemühen.

(Foto: Foto: ddp)

Eine Hospitanz sei in einer solchen Situation immerhin besser als nichts. "Jedes Praktikum ist eine Chance und wertet den Lebenslauf auf." Kein Personaler werde später gleich darüber stolpern, wenn er ein Praktikum als erste Station nach dem Abschluss im Lebenslauf liest.

Je renommierter, desto besser

Grundsätzlich sollten sich Studenten frühzeitig um Praxiserfahrung bemühen. "Eine gute Mischung sind beispielsweise zwei Praktika und ein oder zwei studienbegleitende Jobs", sagt Winkler. Je renommierter das Unternehmen sei, desto besser.

"Wenn Studenten das Praktikum darüber hinaus noch im Ausland absolvieren, können sie damit extrem punkten." Zu viele Praktika gibt es nach Ansicht des Bewerbungsexperten nicht. Sind Absolventen dennoch unsicher, ob der Lebenslauf überladen wirkt oder zu viele unqualifizierte Jobs enthält, sollten sie bei der Auflistung auf länger zurückliegende und weniger wichtige Praktika verzichten.

Problematisch könne es eher im umgekehrten Fall werden, sagte Winkler. So hätten Hochschüler "grandiosen Erklärungsbedarf", wenn sie ausschließlich ihrem Studium nachgehen, ohne parallel praktische Erfahrungen zu sammeln. "Hier hilft nur der Verweis auf Leistungssport oder die Betreuung von Kindern und hilfebedürftigen Familienmitgliedern."

© dpa/bön
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