Berufs-Knigge für Südafrika:Wie man speist

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Berufs-Knigge für Südafrika: Nichts für Vegetarier: Beim traditionellen Braai kommt viel Fleisch auf den Grill.

Nichts für Vegetarier: Beim traditionellen Braai kommt viel Fleisch auf den Grill.

(Foto: AP)

"Bure" heißt übersetzt "Bauer". Gerade was das Erbe dieser Bevölkerungsgruppe angeht, ist das Land von einer gewissen Derbheit geprägt - und auf ihren rustikalen Nationalcharakter sind die Buren durchaus stolz. Die ersten weißen Siedler am Kap mussten sich die wilde Natur mühsam und unter Lebensgefahr erschließen und urbar machen. Wie in anderen Übersee-Einwanderungsländern (Australien!) darf man in Südafrika eher gutmütige Raubeinigkeit erwarten denn erhabenen Feingeist.

Die Chance, statt zu einem Geschäftsessen im edlen Restaurant auf einen landestypischen Braai ("braten") eingeladen zu werden, ist daher hoch. Südafrikaner lieben Braais und nehmen jede Gelegenheit dazu wahr. Es handelt sich um Grillpartys, bei denen Vegetarier gleich absagen sollten. Denn bei einem Braai landen bevorzugt riesige, durchwachsene Brocken Fleisch auf dem Rost - feines Filet wird hier als "Mädchenkost" belächelt, dazu Boerewors, die schneckenförmige "Burenwurst". Gemüse und Salat verirren sich selten auf einen Braai, dafür umso mehr Bier. Aber wer wacker bis zur ersten Gichtattacke mithält, kann sich des Respekts der Gastgeber sicher sein.

Alternativ warten grandiose Restaurants und ebensolche Weine aus heimischem Anbau. Wer sich zu einem Geschäftsessen verabredet, sollte allerdings beachten, dass durch die hohe Kriminalität gerade abends die Bewegungsfreiheit der Südafrikaner eingeschränkt ist. Entsprechend sollte die Wahl eines Restaurants so ausfallen, dass es in einer belebten Gegend liegt, einen bewachten Parkplatz hat und gerade für Frauen einigermaßen gefahrlos zu erreichen ist.

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