Berufe Jobs mit Zukunft - von UX-Designern und Data Scientists

Die Berufswelt wandelt sich - ständig entstehen neue Berufsbilder.

(Foto: Illustration Jessy Asmus)

Ständig entstehen neue Berufe. Doch erst wenn sie in der Datenbank der Agentur für Arbeit landen, steht fest: Hier gibt es Bedarf. Zwölf Beispiele.

Von Miriam Hoffmeyer

Mit schöner Regelmäßigkeit rufen Trendscouts neue Berufe aus, vom Tele-Chirurgen bis zum urbanen Bauern. Die Wirklichkeit kann da nicht ganz mithalten: Manche Berufe sind reine Fantasieprodukte, andere - wie IT-Security-Experten - gibt es schon lange. Gern werden auch Fertigkeiten im Umgang mit neuen Technologien zu Berufen erklärt. Doch den oft prognostizierten "Experten für 3-D-Druck" wird es als einheitliches Berufsbild wohl nie geben, weil diese Technologie mit ganz verschiedenen Materialien in vielen Branchen von Industrie und Handwerk einsetzbar ist.

In die Datenbank Berufenet der Bundesagentur für Arbeit schafft es längst nicht jede neue Bezeichnung. "Unsere wichtigste Quelle ist die Arbeitsmarktbeobachtung", sagt Britta Matthes, Leiterin der Forschungsgruppe "Berufliche Arbeitsmärkte" im Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), das zur Arbeitsagentur gehört. Wenn eine neue Bezeichnung häufiger in Stellenausschreibungen vorkommt oder von Jobsuchenden als Beruf angegeben wird, werden die Forscher aktiv und untersuchen, ob der Beruf nicht schon unter anderem Namen existiert. Die meisten, aber nicht alle Berufe, die in den letzten Jahren in die Datenbank aufgenommen wurden, sind durch die Digitalisierung entstanden. Hier eine Auswahl:

Büro Arbeitsplatz all inclusive
Büro

Arbeitsplatz all inclusive

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1. UX-Designer

Die seltsame Bezeichnung ist die Abkürzung von "User Experience Design". Oberstes Ziel der UX-Designer ist die Zufriedenheit der Online-Kunden: Um deren Bedürfnisse und Probleme herauszufinden, werten sie Befragungen aus und analysieren Klickbewegungen. Auf dieser Grundlage konzipieren UX-Designer neue Apps, Websites, Online-Services oder Internet-of-Things-Anwendungen, die Kunden glücklich machen und deren Treue sicherstellen sollen. Auch die Umsetzung, das Testen und Verbessern der Konzepte gehört zu den Aufgaben der UX-Designer, nicht aber die direkte Kommunikation mit Nörglern und Beschwerdeführern. Darum kümmern sich wie eh und je Mitarbeiter weiter unten in der Hierarchie, die heute gern "Customer Happiness Officer" genannt werden.

2. Roboter-Programmierer

In der Fabrik der Zukunft werden Maschinen untereinander und mit dem Internet vernetzt sein und intelligente Roboter fast die gesamte Arbeit übernehmen. Auch wenn erst wenige Unternehmen dieses Stadium erreicht haben, schreitet die Automatisierung der Fertigung doch schnell voran. Roboter-Programmierer werden gebraucht, um Anlagen und Roboter für den konkreten Arbeitsauftrag einzustellen und die Abläufe zu überwachen. Außerdem kümmern sie sich um Wartung und Reparatur. Die duale Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik bereitet am gezieltesten auf den Beruf vor. Viele Roboter-Programmierer haben auch eine allgemeine technische Ausbildung absolviert, etwa zum Mechatroniker.

3. Software-Architekten

Die Wünsche von Bauherren mit deren Budget und den Gesetzen der Statik zu vereinbaren ist oft leichter, als verschiedene Softwaresysteme unter ein gemeinsames Dach zu bringen. Software-Architekten entwerfen IT-Infrastrukturen, die einen reibungslosen Datenaustausch in Echtzeit zwischen vielen Beteiligten ermöglichen sollen. Dazu müssen sie sich eng mit verschiedenen Unternehmensbereichen und häufig auch mit deren Kunden und Zulieferern abstimmen. Neben fundierten Informatikkenntnissen sind gute Nerven, Organisationstalent und diplomatisches Geschick unerlässliche Voraussetzung. Eng verwandt mit Software-Architekten sind Cloud-Architekten, die es trotz des Siegeszugs des Cloud-Computings noch nicht zu einem eigenen Eintrag in Berufenet gebracht haben.