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Work-Life-Balance:Mehr Mut zur Auszeit

Auszeit Sabbatical

Viele Menschen empfinden ein steigendes Fluchtbedürfnis aus den Strukturen der Arbeitswelt.

(Foto: Steve Halama/Unsplash)

Viele Menschen versinken in Arbeit - und sehnen sich gleichzeitig nach mehr Freiheitsmomenten im Leben. Aber warum fällt es so schwer den Pausenknopf zu finden? Und wie kann es doch gelingen?

Dieser Text handelt von Arbeit, dennoch: Man stelle sich bitte einen lauen Sommerabend vor, an einem schönen Ort. Zugegeben, dafür braucht es vermutlich Fantasie. Möglicherweise ist das Zeitungspapier, auf dem dieser Text steht, noch steif vor Kälte, oder der Finger, der über den Bildschirm scrollt. Aber stellen wir uns trotzdem diesen Abend vor, wie er sich gerade in Urlauben abzuspielen pflegt, meist in der zweiten Woche. Es ist ein Abend idealerweise mit einer oder mehreren geliebten Personen, alles gerade so schön, so viel einfacher als sonst, kaum ein Gedanke an Kollegen, Abgaben oder Abrechnungen kommt auf. Und doch geht es bald wieder nach Hause, zurück in den Alltag, und damit in das Büro, das Geschäft, die Praxis - wo auch immer der erwerbstätige Mensch den Großteil der Sonnenstunden zu Hause eben verbringt. Und auf einmal pirscht sich die Frage an, zwingend wie der Ninja aus dem Schatten: Warum müssen zwei Wochen hier, ein verlängertes Wochenende dort eigentlich die einzigen Freiheitsmomente im Leben eines erwerbstätigen Menschen sein? Die naheliegende, leicht groteske Antwort: Weil es sonst keinen Urlaub gäbe. Die etwas komplexere Antwort: Weil unsere Gesellschaft Erwerbstätigkeit so dermaßen ernst nimmt, dass ihr die Fantasie dafür abgeht, wofür ein Leben ab und zu auch noch gut wäre.

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