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Auslandsaufenthalt:Sprachkenntnisse allein reichen nicht

Zauberwort Diversity

Die Sprache bildet die Arbeitsgrundlage, doch in der internationalen Zusammenarbeit, über der das Zauberwort Diversity (Vielfalt) schwebt, reicht sie zum Verstehen nicht. So bereiten 70 Prozent aller Unternehmen ihre Mitarbeiter durch Schulungen kulturell auf das neue Land vor. Das ergab die Expatriate-Management-Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte. Was man im Unternehmen nicht lernt, können sich Studenten der Ingenieurwissenschaften beispielsweise mit der Zusatzqualifikation "Certified Intercultural Engineer" an der Hochschule Bochum aneignen.

Mühlenbrinks Frankreichaufenthalt war eine Art "Pilotprojekt" bei Atena. Nur drei Mitarbeiter verbringen mehr als ein Jahr für das Unternehmen im Ausland. "Das ist nur sinnvoll, wenn der Einsatz des Mitarbeiters im Ausland für das Projekt erforderlich ist, und nicht ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der Personalentwicklung erfolgt", sagt Peter Mihanovic, Leiter Personal und Recht bei Silver Atena.

Finanzieller Schub

Doch selbst wenn man sich im Ausland wiederfindet, bedeutet das nicht automatisch den großen Karrieresprung. Mühlenbrink hatte Glück: "Es hat meiner Karriere einen finanziellen Schub gegeben", sagt der Ingenieur. "Außerdem mache ich heute etwas anderes als vorher, bin in die Entwicklung neuer Projekte eingebunden." Mihanovic bestätigt: "Wir nehmen einen Auslandsaufenthalt sehr positiv auf. Der Mitarbeiter zeigt, dass er sich weiterentwickelt und kann so ein nächsten Karrieresprung beschleunigen."

Von den Kollegen wird Jörn Mühlenbrinck nun immer wieder gefragt, wenn es um die Zusammenarbeit mit den französischen Kollegen geht. "Ich kann meine Erfahrung einbringen", sagt der 32-jährige Ingenieur. Er würde gerne noch einmal nach Frankreich gehen.