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Arbeitsrecht: kranke Kinder:Kinderbetreuung in Zeiten der Grippe

Was sagen Ärzte und Erzieherinnen?

Bei Masern, Mumps, Scharlach oder Windpocken ist die Sache klar: Laut Infektionsschutzgesetz müssen Kinder, die daran erkrankt sind, zu Hause bleiben. Bei drückendem Bauch oder laufender Nase hingegen müssen die Eltern in Absprache mit dem Kinderarzt entscheiden, was zu tun ist. Je mehr Kinder man hat, desto geübter ist man ja: Pro Kindergartenkind sprechen Ärzte nämlich von zehn bis zwölf jährlichen Infekten. Aber auch die Erzieherinnen haben ein Wort mitzureden. Sie können jederzeit verlangen, dass ein krankes Kind aus ihrer Einrichtung abgeholt wird. Generell gilt: Eine einfache Erkältung ist kein Problem. Kinder mit Fieber oder mit länger als einen Tag lang anhaltendem Durchfall oder Erbrechen hingegen gehören ins Bett. Unerfahrene, berufstätige Eltern, die auf dem Gebiet der Kinderkrankheiten noch unsicher sind, sollten sich schnellstmöglich das 400 Seiten starke "Das große Handbuch: Der Kinderarzt" von Gunhild Kilian-Kornell und Annette Eiden (Südwest-Verlag) besorgen. Unentbehrlich für den Alltag.

Wer bleibt zu Hause?

Keine Frage, wenn ein Kind krank im Bett liegt, dann sitzt neben dem Bett immer noch meistens: die Mutter. Eine kleine Veränderung hin zu mehr Gleichberechtigung ist dennoch messbar. Immer mehr Frauen kehren wenige Monate nach der Geburt wieder an ihren Arbeitsplatz zurück und können es sich nicht leisten, immer wieder mehrere Tage am Stück auszufallen. Damit sind die Männer zunehmend in der Pflicht. Nach einer Auswertung der Kinderkrankengeld-Anträge der gesetzlichen Krankenkasse DAK hat sich der Anteil der Väter, die ihre kranken Kinder hüten, in den vergangenen Jahren leicht erhöht: von 7 Prozent im Jahr 2005 auf 8,5 Prozent 2007.

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