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Arbeitsmarkt:Minijobber sind Verlierer der Krise

Mehr als eine halbe Million geringfügig Beschäftigte haben während des ersten Lockdowns im Frühjahr ihren Job verloren. Nach den stabilen Sommermonaten erwartet das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen nun einen erneuten Abbau von mehreren Tausend Minijobs. Durch die Pandemie würden die Probleme dieser Beschäftigungsform deutlich, erklärte IAQ-Forscherin Jutta Schmitz-Kießler bei der Vorstellung einer Auswertung. Als Randbelegschaften würden Minijobber in Krisenzeiten als Erste abgebaut und bekämen häufig Ansprüche wie Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, Urlaubs- oder Weihnachtsgeld nicht gewährt. Sie erhielten kein Arbeitslosen- oder Kurzarbeitergeld, und auch die allgemeinen Kündigungsfristen hätten in der Praxis häufig keinen Belang: Sie würden einfach nicht eingehalten. Vor diesem Hintergrund seien aktuelle Bestrebungen, die Geringfügigkeitsgrenze auf bis zu 600 Euro anzuheben und damit die Zahl der Minijobber zu erhöhen, nicht zu begründen. Schmitz-Kießler: "Das verschärft die Probleme."

© SZ vom 21.11.2020 / SZ
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