Arbeitsmarkt Jung, qualifiziert, arbeitslos

Seit der Jahrtausendwende ist die Lage am Arbeitsmarkt für junge Menschen immer schwieriger geworden. Befristete Verträge und Phasen der Arbeitslosigkeit sind die Norm.

Befristete Verträge und mehr Arbeitslose: Die Lage am Arbeitsmarkt in Deutschland ist für junge Menschen in diesem Jahrtausend schwieriger geworden. Seit dem Jahr 2000 gehen immer weniger junge Menschen in Deutschland einem unbefristeten Vollzeitjob nach. Stattdessen wächst der Anteil der jungen Arbeitnehmer, die befristet, geringfügig und in Zeitarbeit oder höchstens 20 Stunden in der Woche beschäftigt sind, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte.

Der Anteil junger Arbeitnehmer, die befristet, geringfügig und in Zeitarbeit oder höchstens 20 Stunden in der Woche beschäftigt sind, steigt, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

(Foto: dpa)

Die Zahl der 15 bis 24-Jährigen, die einer solchen atypischen Beschäftigung nachgehen, kletterte von 2000 bis 2009 um 42 Prozent auf 676.000. "Hintergrund ist ein Anstieg vor allem befristeter und geringfügiger Beschäftigungen", erklärten die Statistiker. Die Zahl der jungen Menschen in normalen Arbeitsverhältnissen sank um ein Viertel auf knapp 1,2 Millionen. Damit hatte nur noch jeder vierte junge Arbeitnehmer eine unbefristete Vollzeitstelle.

Im Vergleich zu 2000 waren im vergangenen Jahr rund 40 Prozent mehr junge Leute arbeitslos. Mit 538.000 Gemeldeten wurden aber bei weitem nicht die Höchststände aus dem Jahr 2005 erreicht.

Im internationalen Vergleich ist die Erwerbslosigkeit der Jungen in Deutschland mit einer Quote von 11,0 Prozent zwar noch moderat, liegt aber deutlich über dem Schnitt der Gesamtbevölkerung (7,7 Prozent).

Allerdings ist noch nicht einmal jeder zweite (46,4 Prozent) in der gesamten Altersgruppe überhaupt erwerbstätig. Dieser Anteil ist um 1,1 Prozentpunkte zurückgegangen. Knapp 4,5 Millionen junge Menschen waren im Jahr 2009 überhaupt nicht am Arbeitsmarkt aktiv. Mehr als 90 Prozent von ihnen studierten oder gingen zur Schule.

Insgesamt arbeiteten 4,4 Millionen Jugendliche zum Broterwerb. 1,5 Millionen von ihnen steckten in einer Lehre und rund 800.000 jobbten neben Schule und Uni. Ihre Zahl stieg um 19 Prozent.

Um 25 Prozent gesunken ist hingegen die Zahl derjenigen, die bereits in jungen Jahren einem ganz normalen Job nachgehen. Dies waren nach der Schätzung auf Basis der Mikrozensus-Umfrage noch 1,174 Millionen. Ebenfalls rückläufig war die Zahl der Wehr- und Zivildienstleistenden: Sie sank um fast die Hälfte (48 Prozent) auf 169.000.

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