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Arbeitsmarkt:Good bye, Deutschland

Familie, Freunde, eigenes Haus - die Deutschen sind bereit, für einen neuen Job vieles aufzugeben. Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer würde sogar das Land verlassen.

Für eine neue Stelle würde die Mehrheit der deutschen Jobsuchenden in eine andere Stadt oder sogar ins Ausland gehen. 76 Prozent würden für einen neuen Job in Deutschland umziehen, etwa 68 Prozent können sich vorstellen, Deutschland dafür zu verlassen, wie eine Umfrage des US-Personaldienstleisters Kelly Services ergab.

Umzug, dpa

Umzug: 76 Prozent der Deutschen würden für einen neuen Job in eine andere Stadt gehen.

(Foto: Foto: dpa)

Im europäischen Vergleich liegen die Deutschen damit auf dem zweiten Platz, nur die Polen sind der Studie zufolge noch mobiler. Besonders hoch ist die Bereitschaft zum Schritt ins Ausland in Sachsen, Sachsen-Anhalt und dem Saarland. An der Erhebung nahmen 115.000 Jobsuchende in 33 Ländern im Internet teil.

Sprachbarriere ist ein Hindernis

In Deutschland gaben rund 26 Prozent der Befragten an, Deutschland schon einmal für einen Job verlassen zu haben. Etwa 19 Prozent zogen dabei in ein Land, dessen Sprache sie nicht fließend sprechen. Unter den derzeitigen Jobsuchenden wären 53 Prozent zu diesem Schritt bereit. Die größten Hinderungsgründe beim Umzug ins Ausland sind für rund 55 Prozent die Familie, für 46 Prozent stellt die fremde Sprache die größte Barriere dar. Weitere Gründe sind Sorgen um die Schulbildung der Kinder und die Rente sowie Eigentum und steuerliche Nachteile.

Wie die Umfrage weiter ergab, sind mehr als 57 Prozent der Deutschen schon einmal wegen eines Jobs in eine andere Stadt gezogen. Allerdings würde immer noch rund die Hälfte der Menschen gerne bis zu ihrer Rente an ihrem derzeitigen Wohnort bleiben. Dies gilt besonders für die Hamburger, von ihnen wollen rund 63 Prozent am liebsten in der Stadt wohnen bleiben.

Ein Hauptaspekt bei der Jobsuche ist für viele Arbeitnehmer der Weg zum Arbeitsplatz. Rund 57 Prozent wollen nicht mehr als 45 Minuten pro Strecke unterwegs sein. Nur rund 13 Prozent würden eine Stunde oder mehr zur Arbeit und zurück in Kauf nehmen.

© AFP/bön
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