bedeckt München 21°

Arabisch-Dolmetscher dringend gesucht:Schwierig wird es beim Dolmetschen von Konflikten

Auch der Alveni-Sozialdienst für Flüchtlinge der Caritas in München setzt größtenteils auf diese ehrenamtlichen Dolmetscher. Soll ihre Sprachkompetenz jedoch bei der Schlichtung von Ehekonflikten oder bei der Betreuung von Traumatisierten weiterhelfen, geraten die Laien-Dolmetscher schnell an ihre Grenzen, weiß Rosemarie Ghorbani, Fachbereichsleitung des Alveni-Flüchtlingsdienstes. Daher bilden sie und ihre Kollegen Flüchtlinge, die schon länger in Deutschland leben und in beiden Kulturen ihren Platz gefunden haben, zum Kulturdolmetscher aus.

"In der Ausbildung lernen sie, sich von den Problemen, die sie übersetzen müssen, abzugrenzen und sie nicht nach außen zu tragen", sagt die Sozialpädagogin Ghorbani. Derzeit sind bei Alveni 80 Kulturdolmetscher für die unterschiedlichsten Sprachen im Einsatz, darunter das gefragte Arabisch, aber auch das exotische Tibetisch. Für ihre Dienste werden die Kulturdolmetscher mit einer kleinen Aufwandsentschädigung entlohnt.

"Einige lernen die Sprache in ihrer Freizeit"

Spezielle Sprachkurse für ihre festangestellten Mitarbeiter stehen weder bei der Inneren Mission noch bei Alveni auf dem Programm. "Einige erlernen die Sprache in ihrer Freizeit aus Neugier oder auch aus beruflichem Interesse", sagt Herden. Beim Erlernen der arabischen Sprache seien jedoch einige Hürden zu überwinden. "Das betrifft zum einen die eigene Schrift. Zum anderen erschweren die verschiedenen Dialekte die Kommunikation unter den Flüchtlingen verschiedener Herkunftsländer." Und nicht jeder Flüchtling sei des Hocharabischen mächtig. So stellt sich den sprachlernwilligen Mitarbeitern also auch die Frage, welche Variation des Arabischen sie lernen möchten.

In manchen Fällen kommen auch die Flüchtlingsdienste nicht umhin, sich an professionelle Dolmetscher zu wenden, etwa bei schwerwiegenden medizinischen Problemen, bei denen die Diagnose eines Arztes exakt übersetzt werden soll. "Deren Einsatz ist allerdings nicht günstig. Wir versuchen dann, die Kosten durch Spenden zu finanzieren", sagt Ghorbani. "Daher greifen wir nur in Ausnahmefällen auf professionelle Dolmetscher zurück."