Arbeiten auf der Ölplattform Ein Job für Schwindelfreie

Von kostenintensiven Bohrungen in großen Meerestiefen wie beispielsweise vor Westafrika, in die immer mehr Geld investiert wird, profitieren Unternehmen mit entsprechender Technik. Der US-Konzern Cameron produziert in seinem deutschen Werk in Celle Ventiltechnik für Unterwasserbohranlagen. Das Geschäft boomt seit Anfang 2005. Im vergangenen Jahr wurden bereits 80 neue Mitarbeiter eingestellt, für dieses Jahr sind weitere 50 Neueinstellungen geplant - von der Fachkraft für die Konstruktion und den Einkauf bis zum Schlosser für die Fertigung.

Nicht nur deutsche Unternehmen buhlen um Fachkräfte. So sucht die Agentur für Arbeit in Emden derzeit im Auftrag von Firmen aus den USA, Norwegen, den Niederlanden und Brasilien bundesweit 500 Männer für die Arbeit auf Bohrinseln vor der Küste Norwegens - Männer im Alter zwischen 25 und 35 Jahren, die schwindelfrei sind und eine Ausbildung als Elektriker, Mechatroniker, Metallhandwerker oder Landmaschinenschlosser haben. Alkohol ist tabu, eine Zigarette im Freien kostet den Job.

Jahresverdienst: 40.000 Euro

Wer sich bewirbt, sollte fließend Englisch sprechen, denn das ist die internationale Arbeitssprache auf den Bohrinseln. Schon das Bewerbungsanschreiben und der tabellarische Lebenslauf sollten in englischer Sprache abgefasst sein, nur Zeugnisse müssen nicht übersetzt werden. Die Vorstellungsgespräche finden ebenfalls auf Englisch statt.

Von bisher 1000 Interessenten haben nur 100 die erste Hürde bei der Vorauswahl geschafft. Sie erwartet 14 Tage Arbeit am Stück bei zwölf Stunden Dienst pro Tag. Dafür gibt es einen Jahresverdienst von 40.000 Euro bei freier Kost und Logis auf dem Meer.

Warum der Branche in Deutschland bis vor kurzem keine große Zukunft prophezeit wurde, zeigt ein Blick auf die Statistik. Vor 40 Jahren lag die Erdölförderung noch mehr als doppelt so hoch wie heute und ging seitdem bis vor kurzem kontinuierlich zurück. Das in Deutschland geförderte Erdöl kann nicht einmal drei Prozent des heimischen Verbrauchs decken. Die inländische Erdgasproduktion ist dagegen in den letzten zehn Jahren relativ stabil und spielt für die heimische Energieversorgung eine wesentlich größere Rolle: 19 Prozent des in Deutschland verbrauchten Erdgases kommt aus heimischen Quellen, vor allem aus der Nordsee und dem Emsland.

Wie lange überhaupt noch nach Erdöl und Erdgas gesucht wird, darüber streiten die Experten. Zwar gibt es jedes Jahr Schätzungen zu den weltweiten Reserven, doch diese Zahlen verändern sich ständig - sie sind abhängig vom Preis und vom technischen Fortschritt, der heute Bohrungen möglich macht, die vor ein paar Jahren noch undenkbar waren.

Die Freude darüber ist nicht ungeteilt. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace fordert, keine neuen Ölfelder mehr zu erschließen, weil alleine durch die Förderung des Erdöls riesige Mengen von Kohlendioxid an die Umwelt abgegeben werden - ganz zu schweigen von den Millionen Tonnen Erdöl, die jährlich durch undichte Pipelines in vielen Ländern verloren gehen.

Kontakt: Über die Weiterbildung zum Bohrfacharbeiter informiert die Agentur für Arbeit in Celle unter Tel. 05141-961888. Bewerbungen um Jobs auf Bohrinseln vor Norwegens Küste können bis Ende Februar schriftlich an die Agentur für Arbeit in Emden gerichtet werden, Herr van Laaten, Schlesierstr. 10-12, 26723 Emden, Stichwort Bohrinsel, Tel. 04921-808302.