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Arbeit - Osnabrück:Jobverlust nach WhatsApp-Scherz über Corona-Regeln

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Das Logo der Messenger-App WhatsApp ist zu sehen. Foto: Silas Stein/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

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Osnabrück (dpa/lni) - Ein scherzhaft gemeintes Selfie über die Corona-Regeln hat einen Arbeitnehmer aus dem Kreis Osnabrück den Job gekostet. Beide Parteien einigten sich am Mittwoch auf einen Vergleich, sagte der Sprecher des Arbeitsgerichts Osnabrück, Thomas Schrader. Demzufolge verliert der Mann zum 31. August seinen Job und wird bis dahin unter Fortzahlung seines Lohns und Abfeierns seines Resturlaubs freigestellt. Als Abfindung bekommt er einen Monatslohn in Höhe von 2000 Euro. Der Arbeitgeber wollte ihn ursprünglich fristlos kündigen, der Arbeitnehmer hätte eine Abmahnung als ausreichend empfunden. (Az.: 2 Ca 143/20)

Der Mitarbeiter der Firma aus Bissendorf hatte am 23. März ein Selfie von sich und fünf weiteren Männern bei WhatsApp gepostet, die in enger Runde auf dem Boden zusammensaßen und zum Teil Karten spielten. Dazu lautete die Bildunterschrift: "Quarantäne bei mir", zusammen mit einem Tränen lachenden Smiley.

Kurz zuvor hatte der Arbeitgeber eine Betriebsversammlung zu Covid-19-Sicherheitsbestimmungen abgehalten, um seine 25 Mitarbeiter vor einer Infektion zu schützen. Aus Sicht des Arbeitgebers habe der Mitarbeiter damit gezeigt, dass er die Corona-Hygieneregeln nicht ernst nehme, was auch Risikopersonen im Betrieb gefährde. Daher habe das Unternehmen kein Vertrauen mehr in ihn, sagte Schrader. Der Arbeitnehmer, der seit März 2018 bei der Firma arbeitete, hatte das Selfie als Scherz bezeichnet. Die Aufnahme sei Anfang März, also vor Inkrafttreten der Corona-Regeln, entstanden.

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