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Anstatt Wehrpflicht:CDU will neuen Pflichtdienst - auch für Frauen

Wehrpflicht und Zivildienst könnten schon bald Geschichte sein. Nach den Vorstellungen der CDU sollen junge Menschen trotzdem zu einem Dienst für die Gemeinschaft verpflichtet werden - auch Frauen.

Die Diskussionen um die Zukunft der Wehrpflicht gehen in die nächste Runde. Während Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) weiterhin für einen freiwilligen Zivildienst plädiert, mehren sich in der CDU die Forderungen nach einem neuen Pflichtdienst für junge Menschen, falls Wehrpflicht und Zivildienst ausgesetzt werden. Dann müsste nach dem Ende der Schulzeit jeder ran - auch die bisher ausgenommenen jungen Frauen.

Knapp 50 000 leisten Zivildienst

Anstatt Wehrpflicht und Zivildienst: Die CDU plädiert für einen Pflichtdienst für alle jungen Menschen.

(Foto: dpa)

Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller sprach sich in der Rheinischen Post für einen sozialen Pflichtdienst für junge Männer und Frauen gleichermaßen aus. Er frage sich, welche "Verantwortung des Bürgers für sein Gemeinwesen wir gesetzlich etablieren sollten".

Dabei sollte die Einführung eines sozialen Pflichtdienstes ernsthaft überlegt werden. "Ist es nicht legitim, zu verlangen, dass sich junge Menschen auch für das Gemeinwesen für eine begrenzten Zeitraum zur Verfügung stellen?", sagte der CDU-Politiker der Zeitung.

Der aus dem Amt scheidende hessische Ministerpräsident Roland Koch schlug die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht für junge Männer vor. "Die Gesellschaft wird ärmer, wenn junge Menschen vor jeder Art von Herausforderungen, etwas für die Gesellschaft zu tun, verschont bleiben", sagte der CDU-Politiker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Mit dem in der Koalition erwogenen Aussetzen der Wehrpflicht würde auch die Einsatzgrundlage für die derzeit rund 90.000 Zivildienstleistenden pro Jahr entfallen.

Der allgemeine Pflichtidienst würde eine grundsätzliche Wahl zwischen Bundeswehr oder Sozialbereich ermöglichen.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) schlägt einen bundesweiten Zivildienst von etwa 35.000 Freiwilligen pro Jahr mit staatlicher Förderung vor. Der Dienst soll in der Regel ein Jahr dauern, mindestens aber sechs Monate. Er soll für Frauen und Männer ab 16 offenstehen, und könnte somit auch von Älteren abgeleistet werden.

© sueddeutsche.de/AFP/hol

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