bedeckt München 15°

Arbeitsrecht: kranke Kinder:Kinderbetreuung in Zeiten der Grippe

"Mama, wann bin ich wieder gesund?" "Morgen, denn da muss ich wieder arbeiten." Was berufstätige Eltern wissen sollten, wenn der Nachwuchs plötzlich krank im Bett liegt.

Erst das Kind in die Krippe bringen, dann zur Arbeit spurten, abends noch schnell Essen kochen, spielen, ins Bett befördern... Kind plus Job, das erfordert ohnehin schon einiges an Organisation. Wenn die Kleinen dann noch krank werden, stehen berufstätige Eltern gleich vor mehreren Problemen: Wer bleibt zu Hause? Wie lange können sie am Arbeitsplatz fehlen? Was sagen die Kollegen? Ein Überblick.

Ist das Kind krank, bleibt die Mutter oft zu Hause: Jedes Elternteil hat für die Betreuung einen Anspruch auf zehn freie Arbeitstage im Jahr.

(Foto: Foto: iStock)

Besteht ein gesetzlicher Anspruch auf freie Tage?

Das Arbeitsrecht ist in dieser Frage nicht eindeutig geregelt. Eltern kranker Kinder dürfen nur dann zu Hause bleiben, ohne Urlaub zu nehmen, wenn keine andere im Haushalt lebende Person, etwa die Oma, die Betreuung übernehmen kann und das Kind nicht älter ist als zwölf Jahre. Jedes Elternteil hat für die Betreuung kranker Kinder einen Anspruch auf zehn freie Arbeitstage im Jahr. Alleinerziehende können bis zu 20 Tage pro Kind freinehmen. Bei mehr als zwei Kindern ist der Gesamtanspruch auf 25 beziehungsweise 50 Tage für Alleinerziehende begrenzt.

Muss der Arbeitgeber den Lohn fortzahlen?

Arbeitnehmer haben nach Paragraph 616 BGB eigentlich einen Anspruch auf bezahlte Freistellung von der Arbeit, wenn sie "ohne persönliches Verschulden für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit" verhindert sind, etwa durch ein krankes Kind. Laut der gängigen Rechtsprechung werden höchstens fünf Tage bezahlt, die meisten Tarif- und Arbeitsverträge schließen eine Lohnfortzahlung in solchen Fällen ganz aus.

Eltern können für die Zeit, in der sie ihr Kind zu Hause betreuen, jedoch Krankentagegeld kassieren. Übernommen wird diese Leistung von den gesetzlichen Krankenkassen, und zwar in Höhe von 70 Prozent des regelmäßigen Bruttoverdienstes. Voraussetzung: Ein Attest vom Arzt, aus dem hervorgeht, dass das Kind betreut werden muss. Private Kassen bezahlen das Tagegeld meistens nicht.

Auf der nächsten Seite: Was sagen Ärzte und Erzieherinnen - und wer bleibt zu Hause?

Zur SZ-Startseite