UmweltSchweden wollen der Umwelt zuliebe nicht mehr fliegen

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In diesem Flugzeug würden viele Schweden nicht mehr sitzen wollen. Dafür offenbar lieber in einem Zug!
In diesem Flugzeug würden viele Schweden nicht mehr sitzen wollen. Dafür offenbar lieber in einem Zug! Foto: dpa/Silas Stein

Und ein Wort dafür haben sie auch gleich erfunden: „Flugscham“.

Fliegen ist schlecht für die Umwelt. Schließlich verbrennen Flugzeuge Kerosin und stoßen enorme Mengen Abgase aus. Das ist kein Geheimnis. Doch selbst wer der Umwelt zuliebe kein Fleisch isst, Fair-Trade-Klamotten trägt und das Auto gegen ein Fahrrad eingetauscht hat, schränkt seine Flugreisen eher selten ein. Denn aufs Fliegen zu verzichten, heißt Zeit, Komfort und viele Erfahrungen einbüßen zu müssen.

Dem schwedischen Ex-Biathleten Björn Ferry ist es der Umweltschutz aber wert. Er wird demnächst mindestens 13.000 Kilometer mit der Bahn reisen, um die anstehende Wintersaison im öffentlich-rechtlichen Fernsehen Schwedens kommentieren zu können.

In Schweden verbreitet sich das Phänomen „flygskam“, also die „Flugscham“

Der Umwelt zuliebe stellte er dem Sender nämlich vor Abschluss des Vertrages die Bedingung, dass er für den Job nicht mit dem Flugzeug reisen müsse. Obwohl die Wettkämpfe nicht nur in Schweden, sondern auch in anderen Ländern Europas stattfinden. Seine Frau Heidi Andersson, eine Armwrestlerin, sowie der Rest der Familie sind ebenfalls seit zwei Jahren nicht mehr in ein Flugzeug gestiegen.

Damit ist die Familie nicht alleine. In Schweden verbreitet sich das Phänomen „flygskam“, also die „Flugscham“, immer weiter. Das Wort hat laut dem taz-Korrespondenten Reinhard Wolff sogar eine gute Chance darauf, Wort des Jahres 2018 in Schweden zu werden. Auch in den sozialen Netzwerken zeigt sich die Veränderung, unter anderem über den Hashtag #jagstannarpåmarken. Damit sagen die Schweden: „Ich bleib am Boden.“

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Das macht sich anscheinend auch schon bei der schwedischen Bahn Statens Järnvägar (SJ) bemerkbar. Die Nachfrage besonders nach Nachtzügen ist in den vergangenen zwei Jahren gestiegen, sie weitet ihr Angebot im Dezember dementsprechend aus.

Ob es zu einem solchen Protest auch in Deutschland kommen könnte? In den sozialen Netzwerken immerhin sind viele begeistert vom Verzicht der Schweden. Versprechen, dass sie selbst ab sofort auch nicht mehr fliegen werden, geben aber die allerwenigsten ab.

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Es ist ja auch ein großer Einschnitt: Mit Schiff und Bahn reist es sich schließlich schlecht für zwei Wochen Urlaub nach Costa Rica oder für den Städtetrip nach Moskau. Seine Prioritäten sollte jeder dementsprechend mit sich selbst ausmachen.

lath

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