Sendenan"Das war ironisch gemeint, oder?"

„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.
„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz. Illustration: Julia Schubert

Wir telefonieren nicht mehr, wir schreiben uns Nachrichten mit dem Smartphone. Problem: viel mehr Potenzial für Missverständnisse! In unserer neuen Kolumne "Senden an..." stellen wir die typischsten Konversationen und ihre Tücken vor. Folge 1: der Dating-Chat.

nadja-schlueter

Das Date
Wer schreibt?

Zwei, die sich mögen. Oder gerade anfangen, sich zu mögen. Oder herausfinden wollen, ob sie anfangen können, sich zu mögen (ist aber sehr wahrscheinlich, dass ja).

Und warum und wie?

Jens und Anna haben sich auf einer Party kennengelernt. Danach: Facebookfreundschaft und Facebookchat, denn das macht man in den 2010er-Jahren so. Danach: Nummern austauschen und sich weiter Nachrichten schreiben (anstatt sich anzurufen, das macht man in den 2010er-Jahren nämlich gar nicht mehr).

Der Dating-Chat ist eine aufregende und schöne, aber auch sehr komplizierte Angelegenheit. Man kennt ja die Kommunikationsgewohnheiten des anderen noch nicht und hat Mühe, Feinheiten wie etwa Ironie eindeutig zu erkennen, oder einzuschätzen, was eine Gesprächspause bedeutet (nichts? Alles? Was Gutes? Was Schlechtes?). Und so missverstehen die beiden sich mindestens zwei Wochen lang aufs Feinste, weil Anna zum Beispiel dazu neigt „Aha“ zu schreiben und es neutral zu meinen, Jens „Aha“ aber nur benutzt, um Desinteresse auszudrücken. Ansonsten schreiben die beiden sich belangloses Zeug, weil sie natürlich am liebsten andauernd Kontakt hätten. Bis sie dann irgendwann anfangen, sich zu treffen, und in den Nachrichten auf einmal sehr viel weniger passiert als draußen in der echten Welt.


Und wie sieht das konkret aus?

„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.
„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz. Illustration: Julia Schubert



Text: nadja-schlueter - Illustration: Anna Miglionico

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