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Ob bei Aktionen von Extinction Rebellion oder zuvor bei der Occupy-Bewegung – ziviler Ungehorsam ist weltweit in allen Formen sichtbar: Straßenblockaden, Schule schwänzen, sich an Autos ketten – und jetzt auch öffentlich die Serie „South Park“ schauen.
Letzteres ist seit Kurzem in China verboten. Die Ein-Parteien-Autokratie setzte die Serie auf den Index, nachdem in der vergangenen Woche die zweite Folge der 23. Staffel – „Band in China“ – für einigen Furore sorgte. Darin machten sich die Serienmacher*innen nicht nur über die NBA und Hollywood lustig. Sie griff auch die chinesische Zensur auf und veräppelte den aktuellen Präsidenten der Volkrepublik, Xi Jinping.
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Gegen das South-Park-Verbot wehrte sich nun eine Gruppe unbekannter Hongkonger*innen – und veranstaltete ein Screening der Folge auf offener Straße. Auf den Fotos der Aktion sind die Köpfe der Zuschauer*innen übermalt, wohl um sie vor Verfolgung durch die Regierung zu schützen. Es ist nicht das erste Mal, dass öffentliche Filmscreenings von der Pro-Demokratie-Bewegung als Form des Protests benutzt wurden. So wurde Ende August in Hongkong an mehreren Orten zugleich der ebenfalls dort verbotene Dokumentarfilm „Winter on Fire: Ukraine’s Fight for Freedom“ gezeigt.
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Dass die chinesische Regierung durchaus ein Auge darauf hat, wer sich wie zu der South-Park-Affäre verhält, zeigt auch der Fall des deutsch-russischen Musikers Zedd. Diesem wurde nach eigenen Angaben permanent die Einreise in das Land verboten – weil er einen South-Park-Tweet gelikt hatte.
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Für die South-Park-Macher*innen kam das von China ausgesprochene Verbot ihrer Serie vielleicht nicht ganz unerwartet. Die darauffolgende, Folge kommentiert das Geschehene zumindest frech. In der 300 Episode der Serie, „Shots!!!“, geht es, neben dem Thema Impfen und seine Gegner*innen, auch um den Einfluss der chinesischen Zensur auf die amerikanische Filmbranche.
Trey Parker und Matt Stone, die Erfinder der hochpolitischen und polarisierenden Zeichentrickserie, reagierten am Montag auf Twitter und „entschuldigten“ sich bei der chinesischen Regierung. „Wir heißen die chinesischen Zensoren in unserem Herzen und unserem Zuhause willkommen. Auch wir lieben Geld mehr als Freiheit und Demokratie“, schreiben sie und: „Lang lebe die kommunistische Partei.“ Der ironische Unterton ist nicht überlesbar.
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Die Hongkonger Proteste erreichten Medienberichten zufolge erst in der vergangenen Woche eine neue Eskalationsstufe. Offenbar wurde bei einer Demonstration, die zeitgleich mit den Feierlichkeiten zu Chinas 70. Geburtstag stattfanden, ein Protestierender von der Polizei angeschossen. Außerdem kursieren zahllose Videos im Netz, in denen Polizeigewalt gegen Demonstrant*innen zu sehen ist. Die Beamt*innen setzen Tränengas, Schlagstöcke und Wasserwerfer ein.
mpu
