Die Kunst, Briefe zu schreiben, scheint tatsächlich auszusterben. Klar, eine SMS, Whatsapp oder Mail ist auch viel schneller und überhaupt: Kann man der Post noch trauen? Insofern dürfte es gar nicht sooo wahnsinnig verwundern, wenn der aktuelle Präsident der USA einen Brief geschrieben hat, der den einen oder anderen Menschen vor die existentielle Frage stellt: Wie bitte?
Trump versuchte in dem Brief den türkischen Präsidenten Erdoğan dazu zu bringen, eine Lösung für den Konflikt in Nordsyrien zu finden. Dafür nutzte er sehr eigenwillige Worte: „Seien Sie kein harter Kerl. Seien Sie kein Narr!“
Der Brief ist auf den 9. Oktober datiert, also den Tag, an dem die türkische Militäroffensive im türkisch-syrischen Grenzgebiet begann. Trump selbst hatte den Militäreinsatz der Türkei durch den Abzug der US-Soldaten aus der Region ermöglicht. Seitdem wird er in seiner Heimat für dieses Manöver kritisiert – zum ersten Mal auch massiv aus den eigenen Reihen.
Die Veröffentlichung des Briefs könnte man also als einen Versuch Trumps interpretieren, sein Gesicht zu wahren. Nur: Dieser Brief ist nicht dazu geeignet, irgendetwas oder irgendjemanden zu beruhigen oder zu überzeugen. Das beginnt schon bei der Wortwahl und Satzstruktur, die, wie ein Programm erwiesen hat, darauf schließen lässt, dass sich der Verfasser des Briefs auf dem sprachlichen Niveau eines Zehnjährigen befindet.
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Aber halt: War der Mann nicht angeblich an einer der besten Unis des Landes?
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Viele Menschen waren davon überzeugt, dass der erste Entwurf ganz anders ausgesehen hatte.
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Oder war das doch nur eine gut gemachte Fälschung? Die Korrespondentin der New York Times musste tatsächlich noch mal nachfragen.
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Laut einer anderen White-House-Korrespondentin war Donald Trump so stolz auf den Brief, dass er ihn ausdrucken ließ und an seine Mitarbeiter austeilte.
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Was viele Menschen zu einer eher deprimierenden Erkenntnis brachte:
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Einige Experten mit Insiderwissen meldeten sich zu Wort und bestätigten, dass dieser Brief anders ist als andere Briefe:
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Das einzig Positive an dem Brief ist vermutlich, dass er sich sehr leicht zu Memes verwandeln lassen kann.
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Man erinnerte sich plötzlich an andere, sehr ähnliche Briefe.
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Der brillante Comedian Anthony Atamanuik, der schon in der „President Show“ Trump verkörperte, hat dem Brief mit seiner Vertonung noch eine ganz neue, sehr unangenehme Ebene verpasst.
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Doch natürlich bleibt am Ende die Erkenntnis: Würde es sich um eine Fälschung handeln, wäre sie wirklich lustig. Leider ist der Brief echt. Und das ist ein großes Problem.
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