Die Ermittlungen der Stuttgarter Polizei zu den nächtlichen Krawallen vom 20. Juni 2020 in der Innenstadt haben heftige Kritik ausgelöst. In einem Bericht der Stuttgarter Nachrichten vom vergangenen Wochenende hieß es nämlich, der Stuttgarter Polizeipräsident Frank Lutz wolle im Rahmen der Ermittlungen Stammbaumforschung zu den Tatverdächtigen betreiben. Lutz wird im Bericht zwar nicht direkt zitiert, es entsteht aber der Eindruck, er habe das Wort „Stammbaumrecherche“ benutzt. Daraufhin gab es heftige Kritik an der Polizei Stuttgart. Unter anderem von Politiker*innen wie der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken, die schrieb: „Das verstört mich nachhaltig.“
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Einige Nicht-Politiker*innen kritisierten mit Humor:
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Mittlerweile ist jedoch klar, dass Lutz niemals wörtlich von Stammbaumrecherche gesprochen hat, obwohl viele Menschen dem Text diese Aussage entnommen hatten. Das wird inzwischen auch mit einer Anmerkung am Ende des Berichtes erklärt: „{Polizeipräsident Franz Lutz} hat nicht wörtlich „Stammbaumrecherchen“ gesagt. Er sprach einer Auswertung des Sitzungsprotokolls zufolge von ‚bundesweiten Recherchen bei Standesämtern, um den Migrationshintergrund (einzelner Tatverdächtiger) festzustellen.‘“
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Für viele Twitter-Nutzer*innen bleibt das Vorgehen der Polizei aber weiterhin problematisch. Auch ohne die Bezeichnung „Stammbaumrecherche”, bzw „Stammbaumforschung“, wie das Ganze im Netz mittlerweile auch genannt wird, sehen sie hinter dem Verfahren eine rassistische Motivation. Ein Nutzer schreibt beispielsweise: „Es ist unerheblich, ob der Begriff erwähnt wurde.“
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Die Polizei Stuttgart widerspricht den Reaktionen: Die Nationalität eines Tatverdächtigen spiele in den Ermittlungen eine wichtige Rolle. Auch einige Twitter-Nutzer*innen halten die Rassismus-Vorwürfe für übertrieben:
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Manche kritisieren Medien und Journalist*innen dafür, dass sie die Behauptung der Stuttgarter Nachrichten übernommen haben, ohne zu überprüfen, ob der Polizeipräsident tatsächlich von Stammbaumforschung gesprochen hatte:
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jud
