PolitikSigi Maurer sammelt Geld gegen Hass im Netz

Lesezeit: 1 Min.

Sigi Maurer wehrt sich gegen Hass im Netz.
Sigi Maurer wehrt sich gegen Hass im Netz. Foto: Johanna Rauch

Die 33-Jährige veröffentlichte sexistische Beleidigungen gegen sie – und muss dafür auch noch 7000 Euro Strafe zahlen.

Sigi Maurer, ehemalige Grünen-Abgeordnete im österreichischen Nationalrat, sammelt jetzt Geld gegen Hass im Internet. Am Montag startete die 33-Jährige ein Crowdfunding-Kampagne.

Gestern ging sie online, schon jetzt sind 65 Prozent der angepeilten 100.000 Euro erreicht. „Das ist schlicht überwältigend“, sagt Maurer am Telefon. „Es freut mich extrem, dass eine breite Bewegung das Thema unterstützt. Und ich hoffe auch, dass das Druck aufbaut. Der Druck muss steigen, damit sich was bewegt.“

Maurer wurde im Mai dieses Jahres vom Besitzer eines Bierladens in einer Facebook-Nachricht sexistisch beschimpft: „Du bist heute bei mir beim Geschäft vorbei gegangen und hast auf meinen Schwanz geguckt als wolltest du ihn essen“, schrieb er zum Beispiel. Sie veröffentlichte seine Nachrichten später, mit seinem vollen Namen und der Adresse seines Ladens.

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Der Ladenbesitzer behauptete, die Nachrichten hätte jemand anderes vom Computer seines Ladens aus geschrieben und forderte Schadensersatz. Maurer wehrte sich, der Fall ging vor Gericht. Dieses hat vergangene Woche entschieden: Die Politikerin muss 7000 Euro Strafe zahlen und die Prozesskosten zahlen. Sie hätte den Namen des Mannes nicht veröffentlichen dürfen und habe sich der „üblen Nachrede“ schuldig gemacht. Maurer will auf jeden Fall in Berufung gehen.

Bis der Fall entschieden ist, fragt sie nun immer erst einmal höflich nach, wenn sie mal wieder eine Hassbotschaft bekommt. Wie sinnvoll das ist, zeigt dieser Tweet von ihr:

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„So viele Menschen haben mir geschrieben, dass sie gerne spenden und mich unterstützen würden“, erzählt Maurer. Sie wollte mit dem Spendensammeln aber erst beginnen, wenn sie verloren habe – also jetzt. Die Kampagne läuft über den österreichischen Verein ZARA – das steht für Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit. Das Geld soll in einen Rechtshilfe-Fond gegen Hass im Netz fließen. So kann das kostenlose rechtliche Beratungsangebot von ZARA gegen Hass im Netz abgesichert und ausgebaut werden. Außerdem könnten künftig weitere aussichtsreiche Klagen von Betroffenen finanziert werden.

Maurer hofft, den Prozess am Ende doch noch zu gewinnen. „Dann bleibt das ganze Geld bei ZARA“, sagt sie. Ansonsten wird die Politikerin das Geld auch verwenden, um ihre eigenen Prozesskosten zu bezahlen.

soas

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