Die Welt blickt dieser Tage gebannt auf die USA: Der Tod des Schwarzen George Floyd hat die Menschen dort erschüttert und wütend gemacht. Hunderttausende gehen auf die Straße, um gegen Rassismus, Diskriminierung und Polizeigewalt zu protestieren. In den sozialen Netzwerken solidarisieren sich Menschen aus aller Welt mit der „Black Lives Matter“-Bewegung, beispielsweise mit Aktionen wie dem „Blackout Tuesday“.
Denn Rassismus ist eben kein Problem, das an den Grenzen der USA Halt macht. Auch in anderen Ländern wie Deutschland sind Diskriminierung, strukturelle Gewalt und Benachteiligung gegenüber People of Color alltäglich. Das weiß Jade S. Kye aus eigener Erfahrung. Sie ist afro-deutsche Autorin und hat auf Twitter den Hashtag #schwarzesDeutschland ins Leben gerufen. Damit lädt die Germanistikstudentin andere BPoC (Black People of Color) dazu ein, ihre Erfahrungen mit Alltagsrassismus und Diskriminierung zu teilen. Auf diese Weise sollen bestehende Missstände sichtbar gemacht werden.
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Jade selbst schildert zahlreiche Vorfälle, die sie als Afrodeutsche im eigenen Land erleben musste: Menschen, die ungefragt ihre Haare anfassen, diskriminierende Dating-Erfahrungen oder offen rassistische Anfeindungen. Sie schreibt beispielsweise über frühere Mitschüler: „Sie erzählten N-Witze und lachten, wenn sie merkten, dass ich Angst hatte.“
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Einige andere folgen ihrem Beispiel und teilen unter dem Hashtag #schwarzesDeutschland ihre persönlichen Erlebnisse mit Rassismus und Racial Profiling durch die Polizei in Deutschland.
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Zahlreiche weiße User*innen zeigen sich schockiert und beschämt über die erschreckenden Geschichten. Viele entschuldigen sich für das Verhalten ihrer Landsleute oder ihr persönliches Fehlverhalten.
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Mit ihrem Hashtag beweist Jade aber auch ungewollt, wie viele Rassist*innen sich auch auf Twitter tummeln: Viele missbrauchen den Hashtag inzwischen, um die Existenz von Rassismus in Deutschland zu leugnen.
Die Initiatorin Jade S. Kye betont daher immer wieder, wie wichtig es ist, sich aktiv gegen Rassismus einzusetzen, Privilegien zu hinterfragen und gegen Ungerechtigkeiten zu kämpfen. An die Menschen, die ihre Erfahrungen überraschen, schreibt sie: „Ich bin schockiert darüber, dass IHR so schockiert seid. Alle diese Vorfälle waren immer vor etlichen Zeugen.“
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hreb
