PolitikPizzabote gerät in eskalierte G-20-Demo

Lesezeit: 1 Min.

Foto: Alexander Koerner, Getty Images

Und wird zur Social-Media-Sensation.

Gegen 21 Uhr am Donnerstagabend, als die eskalierte Anti-G-20-Demonstration „Welcome to Hell“ schon vom Veranstalter für beendet erklärt worden war und Polizisten und gewaltbereite Demonstranten auf Hamburgs Straßen aneinander gerieten, hat sich irgendjemand eine Pizza bestellt. Vermutlich hatte er einfach keine Lust, auf die zu dem Zeitpunkt eher unruhigen Straßen zu gehen – oder er wollte mal testen, was passiert.

Also musste ein Pizzabote aus Altona auf seinen Roller steigen und zwei Kilometer weit fahren, durch die Altonaer Altstadt Richtung St. Pauli – was gestern Abend gar nicht so einfach war, wie dieses Video zeigt:

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Weil er sich aber nicht beirren ließ, bekam der Bote nicht nur Applaus von umstehenden Demonstranten, sondern wurde auch im Netz sehr schnell als Held gefeiert. Vor allem, weil ein Twitter-Nutzer den Arbeitseifer mit einer Anspielung auf den umstrittenen Tweet des CDU-Generalsekretärs Peter Tauber verband:

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Die Antworten darauf reichten von großer Sympathie („Wer da kein deftiges Trinkgeld gibt, hat kein Herz“) bis zu Häme gegenüber den Demonstranten („Wurden die 'Linksaktivisten' da gar nicht aktiv? Is doch eindeutig ein Kapitalist!“).

Das Hamburger Stadtmagazin Fink hat den Fahrer schließlich sogar in seiner Filiale erreicht. Er heißt Benjamin, ist 28 Jahre alt, und klang am Telefon laut Fink „nicht besonders aufgeregt“. Er berichtete, dass er zum Zeitpunkt der Foto- und Videoaufnahmen schon auf dem Rückweg gewesen sei, dann aber in die Menge von Demonstranten und Polizisten geriet. Sie ließen ihn zwar passieren, aber „es war richtig gefährlich. Dort flogen auch Steine“.

Benjamin schaffte es sogar ins amerikanische Fernsehen, zu Fox News:

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Das Logo der Restaurantkette, für die Benjamin arbeitet, war auf der Transport-Box gut zu erkennen. Wer in Maßstäben des viralen Marketings denkt, der könnte jetzt sagen: perfekte Werbeaktion.

Die Demos in Hamburg werden heute und morgen wohl weitergehen, die Lage bleibt angespannt. Und vermutlich werden auch noch ein paar weitere Social-Media-Helden auf Benjamin folgen.

nasch

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