PolitikFast-Food-Kette schließt nach Protesten die einzige Filiale in Europa

Lesezeit: 1 Min.

LGBTQ-Gruppen demonstrieren vor dem Einkaufszentrum „The Oracle“ gegen die Fast-Food-Kette
LGBTQ-Gruppen demonstrieren vor dem Einkaufszentrum „The Oracle“ gegen die Fast-Food-Kette
Screenshot: Twitter/Newbury Pride

LGBTQ-Gruppen hatten die Schließung gefordert, da die Kette Anti-LGBTQ-Programme unterstützt.

Unter Protesten der LGBTQ-Gruppe „Reading Pride UK“ eröffnete die amerikanische Fast-Food-Kette „Chick-fil-A“ am 10. Oktober ihre erste europäische Filiale in einem Einkaufszentrum in Reading in England. Seither stehen Aktivist*innen mit Regenbogenflaggen vor dem Einkaufszentrum und protestieren. Denn die Kette unterstützt unter anderem Anti-LGBTQ-Programme. Sie singen „Chick-fil-A – sachay away“. Die Phrase „sachay away“ ist aus der Drag-Szene bekannt und beschreibt einen kraftvolle und feminine Weise wegzugehen. Unter dem Motto „Get the Chick out“ wollen sie, dass die Kette in ihrer Stadt schließt.

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Mit Erfolg: Keine zwei Wochen nach der Eröffnung kündigte das Einkaufszentrum nun an, den Pachtvertrag für „Chick-fil-A“ nicht über die sechsmonatige Probezeit hinaus zu verlängern. „Chick-fil-A“ sagt allerdings in einem Statement gegenüber VICE, dass die Öffnung der Filiale auch von ihrer Seite nicht länger als die genannte Probezeit vorgesehen war.

„Chick-fil-A“ hat mehr als 2000 Filialen in den USA. Die Kette ist im Besitz der christlichen Cathy-Familie, deren Geschäftsphilosophie auf biblischen Grundsätzen basiert und die die „biblische Definition einer Familie“ vertritt. So sind Verkaufsstellen sonntags geschlossen, da dieser Tag der Bibel zufolge der Ruhetag ist. Laut der von ThinkProgress analysierten Steuererklärungen der Kette hat „Chick-fil-A“ im Jahr 2017 mehr als 1,8 Millionen Dollar an Anti-LGBTQ-Organisationen gespendet. Dazu gehört unter anderem „Exodus International“, das vor seiner Schließung im Jahr 2013 eine Konversionstherapie für Homosexuelle anbot.

„Reading Pride UK“ begründet die Proteste folgendermaßen in einem Tweet: „Das Ethos und die moralische Haltung der Kette widersprechen voll und ganz unseren Werten und denen des Vereinigten Königreichs, da wir ein fortschrittliches Land sind, das die gleichgeschlechtliche Ehe seit einigen Jahren legalisiert und sich weiterhin um Gleichberechtigung bemüht.“

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Die Proteste in Reading sind nicht die ersten negativen Reaktionen auf die Restaurantkette. Anfang dieses Jahres hatten lokale Aktivist*innen in den USA die Pläne von „Chick-fil-A“ durchkreuzt, Restaurants in den Flughäfen in Buffalo, New York und San Antonio zu eröffnen. Mehrere Universitäten haben ebenfalls keine Filialen der Kette am Campus gestattet. Auch in Toronto, Kanada ist die Eröffnung der ersten Filiale im September auf massive Proteste gestoßen.

elba

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