Politik„Angelina Jolie, du kannst Sahar Tabar eine Stimme geben“

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Angelina Jolie (links) galt als eine Art Vorbild der Iranerin Sahar Tabar (rechts).
Angelina Jolie (links) galt als eine Art Vorbild der Iranerin Sahar Tabar (rechts). Foto: dpa/ Richard Shotwell, Foto: faradeed.ir

Sahar Tabar gilt als „Zombieversion“ der Schauspielerin und wurde dafür in Iran zu zehn Jahren Haft verurteilt. Aktivistin Masih Alinejad will die Strafe verhindern – mit einem Appell an Jolie.

Zehn Jahre soll die 19-jährige Sahar Tabar in Haft verbringen. Ihr Vergehen: Die Iranerin hatte stark bearbeitete Bilder von sich auf Instagram geteilt. Damit wurde sie als „Zombie-Version“ der Schauspielerin Angelina Jolie bekannt. Die iranische Justiz machte Sahar Tabar (bürgerlich Fatemeh Khishvand) deshalb verschiedene Vorwürfe, die 2019 zu deren Festnahme führten: Blasphemie, Anstachelung zu Gewalt, Geldeinnahmen durch nicht angebrachte Mittel und Ermutigung der Jugend zu Verderbnis. Frauen sind durch die Scharia, das in Iran angewandte islamische Rechtssystem, in fast allen Rechtsbereichen stark benachteiligt.

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Von Elena Bavandpoori

Im Oktober 2019 gestand Sahar Tabar im Staatsfernsehen. Inwieweit ihr „Geständnis“ auf Druck der Behörden entstanden ist, ist unklar. Am 11. Dezember 2020 wurde sie von einigen Anklagepunkten freigesprochen, wie der Guardian schreibt, aber unter anderem wegen fehlendenden Respekts gegenüber der islamischen Republik Iran tatsächlich verurteilt.

Viele Menschen empören sich darüber, allen voran die iranische Journalistin und Aktivistin Masih Alinejad. Sie setzt sich seit Jahren gegen die Unterdrückung von Frauen in Iran ein. Nun, nachdem Sahar Tabar verurteilt worden ist, meldet sie sich mit einer Videobotschaft auf Twitter zu Wort. Darin wendet sie sich an die Schauspielerin Angelina Jolie: „Jetzt brauchen wir dich, Angelina Jolie. Du warst eine großartige Botschafterin – du kannst Sahar Tabar eine Stimme geben.“ Sie selbst habe das versucht, sei dabei aber nicht gehört worden. „Für mich und viele iranische Frauen wäre es deshalb eine wunderbare Hilfe, wenn du deine Stimme erhebst.“

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Masih Alinejad erinnerte außerdem daran, dass die iranische Regierung in der Vergangenheit immer wieder Frauen dafür bestraft hat, getanzt, gemodelt, gesungen oder ihre Haare öffentlich gezeigt zu haben. „Aber kommt schon, dieses Mal nur, weil sie Photoshop benutzt hat? Oder Make-up?“ Tatsächlich geht die islamische Republik Iran immer wieder gegen Frauen, besonders Instagrammerinnen, vor, die nach westlichen Standards nichts falsch gemacht haben.

Im Netz findet man bisher gemischte Meinungen zum Aufruf der Aktivistin. Ein Mann beispielsweise kommentiert unter dem Video, Sahar Tabar gehöre tatsächlich ins Gefängnis. Jemand anderes fragt: „Warum soll Angelina Jolie helfen? Warum nicht die Männer in diesem Land, die wissen, dass die Strafe unnötig ist? Ich bin sicher, es gibt welche.“ Andere wiederum konzentrieren sich darauf, nach Lösungen zu suchen, wie man die Botschaft an die Schauspielerin herantragen kann.

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Angelina Jolie selbst hat sich noch nicht dazu geäußert. Falls sie die Bitte der Iranerin erhalten sollte, könnte sie sich aber vermutlich tatsächlich davon überreden lassen. Angelina Jolie ist schließlich nicht nur Schauspielerin, sondern auch eine bekannte Menschenrechtlerin. Sie ist Sondergesandte des UN-Flüchtlingshochkommisars Filippo Grandi, Mitglied des Council on Foreign Relations und war Sonderbotschafterin für den Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen.

lath

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