PolitikAlptug Sözen Station: 17-Jähriger soll für Zivilcourage geehrt werden

Lesezeit: 1 Min.

Aus der Ostendstraße soll die Alptug Sözen Station werden.
Aus der Ostendstraße soll die Alptug Sözen Station werden. Foto: dpa

Alptug Sözen starb, als er einem Obdachlosen das Leben rettete. Jetzt soll in Frankfurt eine Haltestelle nach ihm benannt werden.

Am 13. November rettete Mustafa Alptug Sözen in Frankfurt einem obdachlosen Mann das Leben. Der Mann lag auf den Gleisen der S-Bahn-Station Ostendstraße, er war sehr betrunken. Alptug wollte ihm helfen, kletterte auf die Gleise, ein zweiter Mann half ihm. Doch eine einfahrende S-Bahn kam nicht mehr rechtzeitig zum Halten. Sie erfasste Alptug. Er verstarb noch am Unfallort. Die beiden anderen Männer wurden verletzt, überlebten aber.

Jetzt gibt es eine Petition, die fordert, die Station Ostende nach Alptug zu benennen um seiner zu gedenken und ihn zu ehren. Die Petition wurde von Doguş Albayrak gestartet. Das Ziel, 35.000 Unterschriften, ist schon fast erreicht: Samstagmittag haben bereits 29.000 Menschen unterzeichnet. „Er hat sich für einen Mitmenschen eingesetzt, dort, wo andere weggeschaut haben. Alptug Sözen ist ein Vorbild für Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit“, schreibt der Initiator Albayrak. Es sei das Mindeste, ihm Anerkennung zu zollen. „Er und seine Tat soll den Menschen über Generationen hinweg als Vorbild dienen“, heißt es weiter.

Plattform X

Die SZ-Redaktion hat diesen Artikel mit einem Inhalt von Plattform X angereichert

Um Ihre Daten zu schützen, wurde er nicht ohne Ihre Zustimmung geladen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Plattform X angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an den Betreiber des Portals zur Nutzungsanalyse übermittelt. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie unter sz.de/datenschutz.

Albayraks Gründe sind auch sehr persönliche: Auch seine Schwester Tuğce starb, als sie Zivilcourage zeigte. Sie wollte 2014 auf einem Parkplatz einen Streit schlichten und wurde dabei von einem 18-Jährigen so heftig gegen den Kopf geschlagen, dass sie stürzte und an den Verletzungen verstarb. „Vor fast genau vier Jahren ist meiner Schwester Tuğçe Albayrak ähnliches widerfahren. Auch Tuğçe hat anderen Menschen in Not geholfen. Sie hat nicht weggeschaut, als sie zwei Minderjährige in Not gesehen hat. Sie ist eingeschritten und auch Tuğçe hat ihren Mut mit ihrem Leben bezahlen müssen“, schreibt ihr Bruder.

Er stehe mit Alptugs Familie in Kontakt und wisse, dass die Umbenennung der Haltestelle den Angehörigen sehr helfen würde. Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann unterstützt die Petiton. Auch er habe bereits in einem offenen Brief angeregt, die Haltestelle umzubenennen oder den Verstorbenen anders zu ehren, schreibt er auf Facebook.

Facebook

Die SZ-Redaktion hat diesen Artikel mit einem Inhalt von Facebook angereichert

Um Ihre Daten zu schützen, wurde er nicht ohne Ihre Zustimmung geladen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Facebook angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an den Betreiber des Portals zur Nutzungsanalyse übermittelt. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie unter sz.de/datenschutz.

soas

Mehr Texte über Zivilcourage:

SZ JetztPolitik
:Das ist... Emilia S., die sich gegen rechte Hetze in ihrer Klasse gewehrt hat

Dafür hat die 15-jährige Schülerin nun einen Preis für Zivilcourage verliehen bekommen.

Von Maximilian Weigl
Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur Startseite

SZ JetztNetzteil
:Dieses Mädchen bedankt sich bei ihren Lebensrettern

Sie wurden bei ihrer Heldentat in Portland von einem Rassisten ermordet.

Mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: