NetzteilSieg für Göteborgs Schnee-Penis-Fans

„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.
„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz. Illustration: Julia Schubert

Erst musste der Phallus weichen, jetzt ist er zurück – in gigantisch.

Seit Tagen treibt Göteborg nur ein Thema um: Penisse. Penisse im Schnee.

Ein unbekannter Künstler hatte einen großen Penis in den vereisten und schneebedeckten Wassergraben neben dem Kungsparken-Stadtpark gemalt. Die Empörung in der schwedischen Stadt war groß, ein Anwohner alarmierte die Behörden, Parkwächter Emilian Sava schritt zur Tat und entfernte das Phallus-Gemälde vom Ufer aus mit einem überlangen Besen.

Womit Sava nicht gerechnet hätte: Viele Bewohner der kunstverliebten Stadt waren mit der seiner beherzten Säuberungsaktion keinesfalls einverstanden. Einer gründete die Facebook-Gruppe „Rettet den Schnee-Lümmel“, die bisher schon 3400 Likes bekommen hat. Die Mitglieder dachten gar über eine Demonstration für die Wiederherstellung des Schnee-Gemächts nach.

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Diese ist nun nicht mehr nötig. Parkwächter Sava bereute seine Tat so sehr, dass er zusammen mit einem Kollegen zu einem Vorstadtstrand fuhr und auf einer Schneefräse über den verschneiten Untergrund pflügte. Zurück blieb, genau, ein überdimensionaler Penis.

„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.
„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz. Illustration: Julia Schubert

Dieser ist in seinen Ausmaßen so monumental, dass er nur aus der Luft zu erkennen ist. Während sich potentielle Sittenwächter nun nicht mehr am Schnee-Penis stören dürften, feiert der Gründer der Facebook-Gruppe das neue Kunstwerk als Sieg für die Meinungsfreiheit: "Wenn ein Künstler einen Penis malt, ihn rahmt und in einer Galerie ausstellt, ist das ja auch in Ordnung", sagte er der Göteborger Lokalzeitung Göteborgs Posten. "Die Stadt braucht mehr von dieser Art Kunst, egal ob von den Behörden erlaubt oder nicht."

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