NetzteilSchildkröte entlarvt Homophobie

„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.
„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz. Illustration: Julia Schubert

Amnesty International filmte heimlich Kunden in einem Tierladen in der Türkei.

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Welchen Anlass kann eine kleine Wasserschildkröte in einem Tierladen denn Menschen geben, dass sie mit den Händen fuchteln und laut werden? Gar keinen, könnte man meinen. Ein aktuelles Video von Amnesty International in der Türkei zeigt, dass die Schildkröte das schon kann: Wenn der Verkäufer beiläufig sagt, sie sei homosexuell. Die NGO filmte heimlich die Reaktionen der Kunden darauf.

Die Männer und Frauen, unter ihnen auch viele junge, reagierten auf diese Info nämlich mit Staunen über Ablehnung bis hin zu regelrechter Aggression. "Are you fucking kidding me?" fällt genauso wie die Fragen, ob "das ansteckend sei" oder der Verkäufer kein "anständiges Exemplar" habe. Die gezeigten Personen interessierten sich zuerst sehr für die Schildkröte – zum Schluss zeigten sie ganz offen, dass deren Homosexualität für sie gar nicht ginge.

Die Reaktionen auf das kleine Tier sind traurig und führen zu der Frage, wie viel Ablehnung und Aggression homosexuelle Menschen dann wohl erleben. Das heimlich gefilmte Video gehört zu einer Amnesty-International-Kampagne für mehr Toleranz. Die Zahlen, die Amnesty International präsentiert, sind alarmierend: In den vergangenen fünf Jahren habe es in der Türkei Hunderte Angriffe auf Homosexuelle gegeben. Mehr als 41 Menschen seien aus Hass sogar getötet worden. Innerhalb von fünf Tagen haben mehr als 25.000 Menschen das Schildkröten-Video auf Facebook geteilt, das könnte Hoffnung geben.

fran

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:Google Maps: Bei "Places of Pride" können Homosexuelle besondere Orte markieren

Und so zeigen, dass die Diversität auf der ganzen Welt existiert.

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