Netzteil"Land of rape and honey" ändert sein Motto

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Foto: dpa / Heather Lowther

58 Jahre lang hat eine kanadische Stadt so für sich geworben.

In einem Land, wo Milch und Honig fließen, würde wohl jeder gern leben. Aber in einem Land, das mit Vergewaltigung und Honig wirbt? Wohl kaum.

Tisdale, ein 3500-Seelen-Ort in Kanada, hat sich den Slogan "Land of Rape and Honey" zum Motto erkoren. 1958 war das. Seither wirbt die Stadt mit ihren beiden Produkten: Honig und Raps - nein, nicht Vergewaltigung. Während mit "honey" eindeutig das Ergebnis der fleißig arbeitenden Bienchen gemeint ist, ist "rape" ein Wort, das Besucher leicht in die Irre führt. Anstatt sofort an die Pflanze zu denken, ist es wahrscheinlicher, damit die zweite Bedeutung zu assoziieren: Vergewaltigung. Das fanden auch einige Bewohner von Tisdale und setzten sich für eine Änderung des Slogans ein.

Jetzt, 58 Jahre später, haben die Gegner des Slogans einen Sieg errungen: Bereits 2015 startete die Stadt eine Umfrage, um herauszufinden, ob sich die Bewohner mit dem Satz "Land of Rape and Honey" noch wohl fühlten. Auch Unternehmer wurden befragt, ob sie weiterhin mit dem Slogan werben wollten. Sean Wallace, städtischer Direktor für wirtschaftliche Entwicklung, sagte dem kanadischen Rundfunk CBC News: "Es gibt Menschen, die sich leidenschaftlich dafür einsetzen, dass der Slogan geändert werden soll. Und Menschen, die sich leidenschaftlich dafür einsetzen, dass er es nicht tut." Die Stadt jedoch wollte der Diskussion ein Ende machen und ließ nun die Einwohner entscheiden.

Die ersten Alternativvorschläge lauteten:

  • "Hub of the Northeast"
  • "A Place to Grow"
  • "A Place to Bee"
  • "Land of Canola and Honey"

Wie der Guardian berichtet, hat letztendlich jedoch ein anderer Spruch gewonnen: "Opportunity grows here." Weil in Tisdale nur noch wenig "rape", sondern mehr "canola" - eine Rapsvariante - angebaut wird, ist die Wahl auf diesen Spruch gefallen.

Aktuell ist auf der Homepage von Tisdale jedoch immer noch "Land of Rape and Honey" zu lesen.

mew

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Von Sophie Burfeind
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