NetzteilKeine Krankenversicherung und Krebs: Hilferuf im Netz

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.
„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz. Illustration: Julia Schubert

Mit dem Video "Krebs ist ein Arschloch" bittet Claudius Holler um Spenden – tausende Menschen zeigen Anteilnahme.

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Claudius Holler hat am Mittwoch einen Hilferuf im Netz gepostet. "Krebs ist ein Arschloch – hilfst Du mir?" hat der 38-Jährige sein Video überschrieben. Mitgenommen sieht er aus, müde. Er hat gerade eine Krebsdiagnose bekommen, erzählt er in dem Clip – und keine Krankenversicherung. Deshalb bitte er, so unangenehm es ihm auch sei, um Spenden. Er verspricht, sich für jede Hilfe zu revanchieren. Fast 20.000 Menschen haben das Video bis Donnerstagmorgen aufgerufen, auf Facebook wurde es bis dahin mehr als 700 Mal geteilt.

Holler war 2011 der Hamburger Spitzenkandidat der Piratenpartei.  Ein Jahr zuvor brachte er mit einem Kollegen ein Getränk namens "Leetmate" auf den Markt – aus Protest dagegen, dass die Firma "Club-Mate" gegen ein satirisch verfremdetes Logo im Netz vorging. Mash-ups und Remixe gehörten aber zur Internetkultur, sagte Holler dem Spiegel damals. Doch das Brause-Start-Up strauchelte. Eigentlich wollte Holler zusammen mit seinem Bruder jetzt eine gemeinnützige Skaterbahn für Jugendliche in Boitzenburg (Mecklenburg-Vorpommern) an den Start bringen.  Doch seine Krankenkasse fordere Tausende Euro an Nachzahlungen, sagte er dem Hamburger Abendblatt.

Und alle Pläne sind erst einmal hinfällig, solange Holler krank ist.

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Seit 2007 ist jeder in Deutschland verpflichtet, sich krankenzuversichern –doch das Bundesgesundheitsministerium geht davon aus, dass bis zu 80.000 Menschen keine Mitglieder sind. Die Dunkelziffer liegt vermutlich noch höher.

Nach seiner Diagnose auf Hodenkrebs habe er einen Tag mit sich gehadert, ob er seine Erkrankung öffentlich machen sollte, sagte Holler dem Hamburger Abendblatt. "Kacke, ich weiß, wenn ich das veröffentliche, kriege ich gleich finstere Bauchschmerzen", sagt er in dem Video. Die Anteilnahme an Hollers Situation ist groß. "100% Respekt dir und diesem Video gegenüber! Ich als Schüler hab leider nicht gerade viel Geld über, aber ich werde sehen was ich tun kann!", postete jemand.

fran

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