netzteilKau den Ohrwurm weg

Lesezeit: 1 Min.

„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.
„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz. Illustration: Julia Schubert

Eine britische Studie will herausgefunden haben: Kaugummikauen hilft gegen Ohrwürmer. Und möglicherweise auch gegen NOCH drängendere Probleme.

jetzt-redaktion

So geht das hier los:

http://vimeo.com/19314561

Erste Erkenntnis:
Schon ein auf vielen Ebenen befremdlicher Text.

Zweite Erkenntnis:
Jede Wette, dass die Band sich eingenässt hat vor Freude, als diese Melodie plötzlich da war und allen bewusst wurde, dass man da jetzt einen echten bad-ass Hit hat. Man merkt so etwas als Musiker ja.

Dritte Erkenntnis:
Wer die Melodie jetzt trotzdem wieder loswerden will: Mal eben einen Kaugummi besorgen. Und ihn kauen. Schnell! Es ist ja gefährlich, den Song zu lange im Schädel mitzuführen. Dann zurückkommen und weiterlesen.

Wieder da? Dann die Erklärung: Britische Wissenschaftler der University of Reading wollen in einer Studie herausgefunden haben, dass Kaugummikauen gegen Ohrwürmer hilft. Dafür spielten sie 98 Freiwilligen „Play Hard“ von David Guetta und „Payphone“ von Maroon 5 vor. Die seien nämlich „catchy“.

„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.
„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz. Illustration: Julia Schubert



Anschließend gab es den Auftrag, drei Minuten lang nicht an die Songs zu denken. Und ein Begleitprogramm: Eine Gruppe sollte Kaugummi kauen, eine andere mit dem Finger herumtrommeln. Die Menschen in der dritten Gruppe taten nichts. Fand die Musik dennoch ihren Weg ins Bewusstsein, mussten die Probanden einen Knopf drücken.

Ergebnis: Die Kaugummikauer dachten deutlich seltener an die Stücke. Außerdem lief die Musik weniger vor ihrem geistigen Ohr ab. Und als ob das der Welt nicht so schon viel Elend ersparen würde, liefert das Ganze auch noch einen möglicherweise ernsthaft brauchbaren Zugang gegen echtes Leid:

Möglicherweise lassen sich mit dem Ansatz auch andere innere Stimmen dimmen. Dr. Phil Beaman, der die Studie leitete, hofft jedenfalls – weitere Forschungen vorausgesetzt –, einen Weg zu finden, die Symptome von Zwangsstörungen abzumildern.

jakob-biazza


Text: jetzt-redaktion - Foto: photocase/nora_haifisch

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