NetzteilDie Snowboarderin und der Bär sind Fake!

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.
„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz. Illustration: Julia Schubert

Eine kleine Produktionsfirma lieferte zwei Jahre lang virale Hits am Fließband - und verarschte die Welt damit.

Die Adleraugen und Blitzgescheiten unter uns wussten es natürlich sofort: Das ist Fake. Sieht man doch auf den ersten Blick. Der Schattenwurf, die Textur, der Sound – alles total unecht. Und ja, ihr hattet Recht. Die Snowboarderin, die von einem Bären gejagt wird (bei der wir das immerhin auch schon vermutet haben), der Klippenspringer, der mit einem Hai plantscht, das Mädchen, das beinah zum Blitzableiter wird: Fake, Fake, Fake. Insgesamt acht Internet-Hits hat die australische Werbeagentur „The Woolshed Company“ für „The Viral Experiment“ künstlich zusammengeschnibbelt. Sagt sie zumindest. Was, wenn die Fake-Meldung ein Fake ist? Eine Doppelhoax, wie Jan Böhmermanns Yanis-Varoufakis-Finger. Woolshed selbst sagt, sie hätten schon Ungereimtheiten beim Hochladen der Videos versteckt. So wurden fünf der acht Videos über denselben Channel hochgeladen.

Alle anderen haben zwar vielleicht gezweifelt, sich aber doch begeistern lassen von den viralen Videos. Mehr als 205 Millionen Mal wurden die Clips in mehr als 180 Ländern geklickt. Das Zweifeln, so Woolshed-Chef Dave Christison, war ein zentraler Punkt zum Erfolg des Konzepts. „Du musst Zweifel sähen, aber es gleichzeitig als echt verkaufen. Damit eine Debatte über die Authentizität entsteht“, sagt Christison dem Guardian.

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Und diskutiert wurde viel. Youtube-Trolle, Camcorder-Laien, After-Effect-Gurus – mehr als eine halbe Million Beiträge sammelten die Kommentarspalten unter den Clips. Aber die Hits trendeten auch über den digitalen Tellerrand hinaus. Die Fernsehsender NBC, Fox, CBS, CNN, Sky News und ABC berichteten über die sie. Diverse Online-Medien, darunter der Daily Telegraph und das Time Magazine teilten die Clips über ihre Kanäle. „Bloggers Arena“ listete den Tornado-Verfolger sogar in ihrer „Top 12, der am tragischsten verunglückten Selfie-Knipser“.

Und auch wir sind Woolshed auf den Leim gegangen. Beim Bären-Snowboarderin-Meet-And-Greet waren wir uns damals auch nicht sicher. Laut Christison war es aber nie die Absicht, die Medien vorzuführen. „Niemand hat die Videos als News verkauft, sondern als etwas, das viral geht.“ Die Aktion scheint sich für Woolshed zu lohnen. Das „Enthüllungsvideo“ zählt auch schon rund 80.000 Klicks.

jab

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