NetzteilDie gefrorenen Hosen von Minneapolis

„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.
„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz. Illustration: Julia Schubert

Sehen skurril aus, sind aber ein ziemlich netter Liebesbeweis.

Es ist arschkalt. So kalt aber, wie es in Minnesota ist, ist es bei uns auch wieder nicht. In Minnesota reichen die Temperaturen nicht nur aus, um Gliedmaßen einzufrieren – nein, auch Jeans lassen sich dort hervorragend ohne menschlichen Körper in der weißen Umwelt drapieren. Vor Cafés, auf Gehwegen oder einfach nur im Vorgarten – überall stolpert man in der Stadt Minneapolis über die herrenlosen Hosen.

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Hinter den „frozen jeans“ steckt Tom Grotting, ein Bewohner von Minneapolis. „Ich mache das vor allem für meine Nachbarin Diane“, erzählt er dem Nachrichtensender ABC News. „Der Winter dauert hier ein wenig zu lang und sie kann ihn einfach nicht ausstehen. Also ist die Aktion für Diane sehr unterhaltsam.“ Schon seit einigen Jahren unternimmt er den Versuch, seine Nachbarin auf diese Art aufzuheitern – und er ist mittlerweile nicht mehr der Einzige. „Im ganzen nordöstlichen Teil von Minneapolis frieren Leute ihre Jeans ein“, sagt Grotting, „Und es ist kein Ende in Sicht.“

Um seine außergewöhnlichen Skulpturen erschaffen zu können, taucht Grotting die Hosen in ein Wasserbad, um sie dann innerhalb kurzer Zeit in Form zu bringen. Etwa dreißig Minuten dauert es, bis eine gefrorene Jeans aufstellbereit ist. Der größte Spaß für Grotting ist es, sich einen Ort für seine „frozen jeans“ zu suchen. Die ganze Stadt wird so zu seinem Spieplatz.

Melanie Wolfmeier

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