NetzteilBelgisches Rathaus wird mit zwei Tonnen Pommes zugeschüttet

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Pommes sind in Belgien ein Nationalheiligtum.
Pommes sind in Belgien ein Nationalheiligtum. Foto: Yves Herman/Reuters

Die Imbissbesitzer protestieren damit gegen ein neues Gesetz

Fritten sind die Weißwürste der Belgier: ein Nationalheiligtum, vor allem wegen ihrer jahrhundertealten Tradition. Bereits 1680 soll der erste Belgier Kartoffelschnitze in heißes Fett geworfen haben. Heute steht an jeder Ecke in Belgien eine Pommesbude. So auch in der flämischen Stadt Gent. Dort gibt es 16 Imbissstände. Mehr sind nicht erlaubt. Die Genter Frittenbudenbesitzer waren stets sehr glückliche Menschen. Bis ein neues Gesetz beschlossen wurde.

Dieses brachte sie so in Rage, dass sie zwei Tonnen Tiefkühlpommes vor das Genter Rathaus kippten. Kleintransportern brachten Säcke voll Fritten, die mit Schneeschaufeln auf der Treppe des Rathauses verteilt wurden. Auch Blumenkästen und Fensterbänke wurden mit gefrorenen Kartoffelschnitzen bestreut.

Eine ganz schön dreiste Aktion, könnte man denken. Und zudem äußerst verschwenderisch, einfach zwei Tonnen Pommes wegzukippen. Doch die Imbissbesitzer sehen sich gezwungen, zum äüßersten Mittel zu greifen, schließlich bedroht das neue Gesetz ihre Existenz. Bisher hatten sie nämlich bei der regelmäßigen Neuverpachtung ihrer Stände ein Vorkaufsrecht. Das fällt jetzt weg. Zukünftig kriegt ganz einfach derjenige die Bude, der am meisten Geld bietet. Die Pommesköche fürchten jetzt, dass sie sich die Miete für die Imbisswagen bald nicht mehr leisten können.

Zwei Prozesse haben die Budenbesitzer bereits gegen die Regierung verloren. Also musste eine originellere Form des Protest her. In ihrem Zorn sind sie dann wohl irgendwie auf die Sache mit der Pommes-Demo gekommen. Am Dienstag kippten sie die Fritten vor das Rathaus.

Die Aufregung in Gent war riesig, doch von der Regierung kam keine Reaktion. Sie ordnete nur gewohnt spaßbremsenmäßig an, dass die Fritten ordnungsgemäß entsorgt werden müssten. Essen wollte die labbrigen Dinger sicher keiner mehr. Aber wer weiß, vielleicht wird das neue Imbissbudengesetz ja doch noch  mal überdacht und die zwei Tonnen Pommes waren nicht ganz für den Müll.

sob

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