Rapper sind – zumindest in ihren Texten – meist nicht besonders höflich. Selbst dann nicht, wenn sie Engländer sind. Eigentlich nichts Besonderes also, dass der 25-jährige Rapper Stormzy, Headliner beim Glastonbury-Festival, in der Nacht von Freitag auf Samstag verbal austeilte. Trotzdem ging ein Video davon nun viral.
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Denn die Zeile „I can never die, I am Chuck Norris –Fuck the government and fuck Boris“ aus dem Song „Vossi Bop“ rappte er nicht alleine zu Ende. Nach dem Wort „government“ wandte Stormzy das Mikrofon stattdessen von sich selbst ab, sodass das riesige Publikum die letzten Wörter übernahm und die Beleidigung „Fuck Boris“ brüllte. Sie richtet sich gegen Boris Johnson, bekannt als Brexit-Befürworter und heißer Kandidat für Theresa Mays verlassenen Premierministerposten.
Über die tausendfache Beleidigung freute sich nicht nur Stormzy sowie die Johnson-Gegner*innen auf dem Festival, sondern offenbar auch Zehntausende, die nicht beim Auftritt dabei waren. Menschen, die die Szene live auf BBC oder später im Internet gesehen hatten, twitterten euphorisch: „Stormzy hat gerade Hunderttausende Menschen dazu gebracht 'Fuck Boris' zu schreien“. Während manche dabei von 200 000 brüllenden Festivalbesuchern schreiben, glauben andere, es wären nur einige Zehntausend gewesen. Einig ist man sich aber in einem: Es waren verdammt viele.
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Inzwischen wird Stormzys Auftritt von vielen als „historisch“ bezeichnet, unter anderem sogar von Jeremy Corbyn, dem Vorsitzenden der Labour Party.
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Das allerdings nicht der Beleidigung wegen. Stormzys Auftritt wird auch über diesen Ausschnitt hinaus gefeiert, als große Kunst, als wichtiges gesellschaftliches Statement. Denn der Rapper, der bürgerlich
Michael Omari Owuo Junior heißt, machte während des Auftritts noch weitere politische Aussagen. Unter anderem nutzte er die Aufmerksamkeit, um auf Diskriminierung gegen Schwarze Jugendliche aufmerksam zu machen. Er selbst war der erste schwarze Solokünstler, der je beim Glastonbury-Festival Headliner war.
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