LGBTQ„Zeigen wir dieser Neonazigruppe doch, was Proud Boys tatsächlich sind“

Lesezeit: 2 Min.

Out and proud: Bilder wie dieses, aufgenommen auf dem Christopher Street Day in München, werden unter dem Hashtag #Proudboys gerade auf Twitter geteilt.
Out and proud: Bilder wie dieses, aufgenommen auf dem Christopher Street Day in München, werden unter dem Hashtag #Proudboys gerade auf Twitter geteilt.
Foto: Stephan Rumpf

Schwule Männer kapern gerade das Hashtag #ProudBoys – und setzen so ein Zeichen gegen die gleichnamige rechtsextreme Gruppe aus den USA.

Männer, die sich küssen, miteinander kuscheln, einander verliebt in die Augen schauen – diese Bilder findet man gerade, wenn man auf Twitter das Hashtag #ProudBoys sucht. Sie sind ein politisches Signal. Denn „Proud Boys“ ist auch der Name eines gewaltbereiten, rechtsextremen Männerclubs aus den USA, der 2016 von Gavin McInnes gegründet wurde. In der vergangenen Woche geriet die rechtsextreme Gruppe wieder in die Schlagzeilen, als sich der amtierende US-Präsident Donald Trump während des Fernsehduells mit seinem Herausforderer, dem Demokraten Joe Biden, nicht klar von den Rechtsextremisten distanzieren wollte, sondern im Gegenteil sagte, sie „sollten sich bereithalten“. Einen Tag später, nach scharfer Kritik auch aus den eigenen Reihen, distanzierte sich der 74-jährige Republikaner von dieser Aussage und erklärte, er habe von dieser Gruppe noch nie etwas gehört.

Tatsache ist: Die „Proud Boys“ waren in aller Munde. Um Menschen oder Gruppen ihre Plattformen zu entziehen, ist das Kapern eines bestimmten Hashtags in den sozialen Medien, vor allem auf Twitter, immer wieder ein beliebtes Instrument. Und so kam der Schauspieler George Takei, den meisten wohl bekannt aus der Rolle des Hikaru Sulu in der Star-Trek-Fernsehserie „Raumschiff Enterprise“ und den nachfolgenden Kinofilmen, auf die Idee, das auch mit den „Proud Boys“ zu versuchen. In einem Tweet richtete der heute 83-Jährige sich direkt an sehr junge und internetaffine Menschen und schrieb: „Was wäre, wenn schwule Männer Bilder von sich selbst aufnehmen würden, wie sie mit einem anderen Mann rummachen, und diese dann mit dem Hashtag #ProudBoys versehen würden?“ Das würde die Rechtsextremisten wohl wirklich ärgern.

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Er stieß auf breite Begeisterung. Mehr als 49 000 Mal wurde sein Tweet geliket und seine Aufforderung von vielen liebend gerne angenommen. Nun, zwei Tage später, ist der Trend auch im deutschen Twitter angekommen. Am Sonntagnachmittag twittern 223 000 Menschen unter dem Hashtag #ProudBoys und machen so gleich zwei Dinge deutlich: Sie wollen rechten und rechtsextremen Positionen online wie offline keine Plattform bieten und sich klar dagegen positionieren. Und zweitens der in weiten Teilen der Gesellschaft verbreiteten Homofeindlichkeit etwas entgegenstellen.

So twittern schwule Männer jeden Alters zum Beispiel romantische Liebesbekenntnisse und Bilder von sich und ihrem Partner:

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„Mein Mann und ich sind seit 43 Jahren zusammen und darauf sind wir sehr stolz“, schreibt dieser Nutzer:

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Ein anderer postet das Bild passend zum 8. Hochzeitstag des Paares.

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Andere finden, dass soziale Medien, so anstrengend sie auch sein können, durch solche Aktionen auch sehr liebenswert würden. Und fordern ihre Follower*innen zum Mitmachen auf.

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Wer kein eigenes Foto hat, greift zurück auf schwule Charaktere aus Filmen und Serien oder ein GIF:

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Und diese Userin ist sehr glücklich bei dem Gedanken daran, was der Trend auslösen könnte:

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Die Zahl der Tweets steigt weiterhin kräftig an. Dieser User findet: Man sollte das Beste aus dem Trend machen.

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