KulturBanksy erfährt auf Instagram, dass seine Werke in Moskau ausgestellt werden

Lesezeit: 2 Min.

Jetzt

Und fragt: „Was zur Hölle ist das?“

Instagram

Die SZ-Redaktion hat diesen Artikel mit einem Inhalt von Instagram angereichert

Um Ihre Daten zu schützen, wurde er nicht ohne Ihre Zustimmung geladen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Instagram angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an den Betreiber des Portals zur Nutzungsanalyse übermittelt. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie unter sz.de/datenschutz.

Banksy geht immer. Wann immer der Mann in irgendeiner Stadt eines seiner Werke anbringt, flippen die Leute vor Begeisterung aus. Seine Kunst ist zugänglich und setzt sich kritisch mit der Gesellschaft auseinander.

Banksy ist der vielleicht bekannteste Künstler seiner Generation. Und das, obwohl man so gut wie nichts über den Briten weiß, außer, dass er vermutlich aus Bristol stammt und über 40 Jahre alt ist. Banksy hält nichts davon, seine Werke in Museen auszustellen und verweigert sich auch sonst allem, was im Kunstbetrieb üblich ist. Wenn seine Bilder doch mal im Museum landen, dann nur, weil er sie in einer Guerilla-Aktion dort aufgehängt hat, um damit ein Statement gegen den Kunstbetrieb zu setzen. Ansonsten hat er nur selbst-organisierte Ausstellungen in Lagerhallen gehabt oder seine Kunstwerke zu Schnäppchenpreisen auf der Straße verkaufen lassen.

Weil Banksy die Zuschauer aber geradezu magisch anzieht, machen sich das mehr und mehr Kuratoren und Museen zunutze, indem sie Ausstellungen kuratieren, ohne dafür mit ihm zusammenzuarbeiten oder ihn auch nur um seine Zustimmung zu bitten. Dass er kein Interesse an kommerziellen Ausstellungen hat und dem Kunstbetrieb sehr kritisch gegenübersteht, interessiert die Macher nicht weiter – und die Besucher erfahren davon in der Regel auch nicht.

Momentan gibt es weltweit mindestens vier Ausstellungen über Banksy: In Toronto und Berlin läuft zeitgleich die Wander-Ausstellung „The Art of Banksy“, die von seinem früheren Agenten Steve Lazarides kuratiert wurde. Der Künstler und sein Agent hatten sich vor zehn Jahren zerstritten, vermutlich, weil Lazarides Banksys Kunst verkaufen wollte, der daran aber kein Interesse hatte.

In Amsterdam wirbt die Ausstellung „Banksy – Laugh now“ damit, dass dort 50 Original-Werke gezeigt werden, einige davon aus dem Schutt von abgerissenen Häusern gerettet.

In Moskau läuft seit Juni die „Banksy Exhibition“. Dort sind laut Veranstaltern mehr als 100 Werke zu sehen, unter anderem auch 3D-Objekte und Multimedia-Installationen. Gestern hat Banksy eine Konversation mit jemandem gepostet, der ihn angeblich auf die Ausstellung aufmerksam gemacht hat:

Instagram

Die SZ-Redaktion hat diesen Artikel mit einem Inhalt von Instagram angereichert

Um Ihre Daten zu schützen, wurde er nicht ohne Ihre Zustimmung geladen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Instagram angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an den Betreiber des Portals zur Nutzungsanalyse übermittelt. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie unter sz.de/datenschutz.

Banksy behauptet darin, von der Ausstellung bisher überhaupt nichts gewusst zu haben – und ärgert sich gebührend darüber. In dem Dialog erwähnt er noch mal, dass er nie Geld dafür verlangt, dass Menschen seine Kunstwerke sehen können, erklärt aber auch den Paradox, der ihn hilflos macht: Er sei ja leider so gar nicht der Richtige, sich über Bilder zu beschweren, die ohne Erlaubnis angebracht würden. Sein Gesprächspartner riet ihm dann, die Konversation zu veröffentlichen, um seine Haltung zu der Ausstellung publik zu machen.

Ob der Chat wirklich so stattfgefunden hat oder von Banksy inszeniert wurde, um seine Message rüberzubringen, kann man nicht abschließend klären. Eigentlich ist es aber auch egal. Klar ist, dass der Künstler sich über die Ausstellung ärgert und er so einen Weg gefunden hat, seinem Ärger Luft zu machen.

chwa

Mehr Straßenkunst:

SZ JetztStreet Art
:Wer ist der Porno-Street-Art-Künstler von Brüssel?

Womöglich war es der berühmte Bonom - seine Kunst ist ziemlich sehenswert.

SZ JetztStreet Art
:Street-Art-Gemälde zieht sich über 50 Gebäude in Kairo

Und richtet sich gegen gesellschaftliche Vorurteile.

Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur Startseite

SZ JetztPolitik
:Mögliches Banksy-Graffito am Bataclan aufgetaucht

An den Notausgang, aus dem die Menschen während des Terroranschlags 2015 flohen, wurde eine weiße Figur gesprayt.

Mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: