JobEs gibt jetzt eine Millennial-Version von Monopoly

Lesezeit: 1 Min.

Jetzt

„Vergiss Immobilien. Du kannst sie dir eh nicht leisten.“

Bei Monopoly geht es um Geld und Immobilienbesitz. Nicht aber in der neuen Version, die jetzt in den USA bei Walmart erhältlich ist. Da lautet der Claim des Spiels: „Vergiss Immobilien. Du kannst sie dir eh nicht leisten.“

Die Millennial-Ausgabe des Brettspiel-Klassikers verdreht die Prinzipien des Spiels, indem sie die Lebensrealität junger Menschen abzubilden versucht. Oder besser gesagt: die Klischees, die dem Leben von Millennials oft zugeschrieben werden.

Statt der herkömmlichen Spielfiguren bewegt man kleine Emojis, Hashtags und Fahrräder über das Brett. Der schnauzbärtige Herr mit Zylinder, der seit Jahrzehnten auf dem Deckel des Original-Spiels abgebildet ist, wurde mit Millennial-Accessoirs versehen: Coffee-to-go-Becher, weiße In-Ear-Kopfhörer, Smartphone. Und weil es jungen Leuten heute ja angeblich nicht mehr um Materielles geht, gewinnt am Ende nicht derjenige, der noch  Geld hat. Stattdessen muss man möglichst viele Erfahrungspunkte sammeln – indem man zum Beispiel das coole vegane Bistro entdeckt oder ein einwöchiges Yoga-Retreat besucht.

SZ JetztGesundheit
:„Die Allermeisten verlassen das Haus nicht mehr“

Inkontinenz betrifft nicht nur Alte. Mike, Gabi und Dennis erzählen, wie ihre Inkontinenz Alltag, Kontostand und Sex verändert.

Von Lara Thiede

Ganz neu ist die Idee des Millennial-Monopolys nicht. Sie geistert schon als Gag durchs Internet, seit vor etwa zwei Jahren ein Reddit-Nutzer diesen Post absetzte:

„There should be a millenial edition of Monopoly where you just walk round the board paying rent, never able to buy anything.“

Darunter, und in Kommentaren zu ähnlichen Posts und Artikeln witzelten die Leute dann weiter: Bei jedem Passieren des „Los“-Feldes müssten die Mieten steigen, während man selbst einen Reallohnverlust hinzunehmen hätte. Spieler über 50 sollten bei Spielbeginn das gesamte Geld und alle Immobilien bekommen, die Jungen mit fünfstelligen Schulden wegen ihrer Studiengebühren starten.

Der Reddit-Post und die Kommentare darunter drückten vor allem den Frust und die Resignation darüber aus, im Leben andere Startbedingungen als die Elterngeneration zu haben, gleichzeitig aber von dieser Generation missverstanden zu werden. In diese Gefühlswelt zielte im April auch eine Kickstarter-Kampagne für eine Millennial-Version vom Spiel des Lebens. Der Name: „Screwed: The Millennial Life“. Das Ziel: trotz befristeter Jobs und unbezahlbarem Wohnraum möglichst wenig Schulden zu machen.

Das jetzt erhältliche Millennial-Monopoly bleibt hinter diesen sarkastischen Ideen allerdings zurück. Es scheint, als haben die Macher vor allem Klischees bedienen und sich über Millennials lustig machen wollen.

Wir sind jedenfalls gespannt, ob das Spiel demnächst auch in Deutschland erhältlich sein wird.

che

Mehr über Millennials:

SZ JetztErnährung
:Haben Millennials die Mayonnaise getötet?

Darüber entbrennt im Netz gerade Streit.

Von Christian Helten

SZ JetztBesitz
:Die Minimalismus-Lüge

Wir jungen Leute nehmen Besitz nicht mehr so wichtig, heißt es oft. Woran liegt das und tun wir das wirklich?

Von Bernd Kramer
Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur Startseite

SZ JetztJob
:Die arme Generation

Junge Menschen haben heute weniger Geld als vor 30 Jahren.

Mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: