Jan BöhmermannJan Böhmermanns Elektroschrott-Orchester spielt "Jein"

„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.
„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz. Illustration: Julia Schubert

Und jetzt: Modem-Solo!

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Was der wahre Luxus dieser Tage ist? Genau: Zeit! Muße! Müßiggang! Eine Nuance gedanklicher Ruhe und die Freiheit von allzu aktuellem Gehudel. Öffentlich-rechtliches Fernsehen also. Und damit der lange Atem, um Großprojekte zu realisieren, die von einer, nun, nennen wir es sehr speziellen Interessenstiefe leben. Oder in greifbaren Zahlen:  „1 Jahr Planung + 6 Monate Arbeit + 180 Kilo Elektronikschrott und ein Lötkolben“.

Ergibt: Leider schon wieder eines dieser sehr, sehr gut gemachten „Jan-Böhmermann-erschafft-geiles-Zeug-aus-nix“-Videos. In diesem Fall: Ein ganzes Orchester aus surrendem, britzelndem und bratzelndem Elektroschrott „der Sortierungsgruppe 3“. Was – eben beim Abfallratgeber Bayern nachgelesen – „Geräte der Informations- und Telekommunikationstechnik (Kat. 3)  und Geräte der Unterhaltungselektronik (Kat. 4)“ meint.

Vor ziemlich genau sechs Monaten (im Oktober 2015) – und angesichts von nur gut 60.000 Views für seine Verhältnisse weitestgehend unbeachtet – hatte Jan Böhmermann sein Publikum nämlich dazu aufgerufen, eben diesen Elektroschrott zu schicken: Nadeldrucker, Floppy-Laufwerke, Scanner oder Festplatten. Kram also, der sich aus Gründen, die man nur mit der angesprochenen sehr speziellen Interessenstiefe versteht, offenbar mit handelsüblichen Midi-Keyboards ansteuern lässt. Kram, der dann Geräusche macht und zwar in unterschiedlichen Tonhöhen. Um das abzukürzen: Kram, aus dem sich – was zu beweisen war – tatsächlich ein Orchester bauen lässt. Und das spielt jetzt eben mit und für Fettes Brot deren Song „Jein“. Was nun wiederum … ach, was soll das Geschreibsel hier: Modem-Solo jetzt!

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