FotografieVorbei an Militärjeeps und durch den Schnee: Wellenreiten in Südkorea
Der beliebte 38th Parallel Beach, drei Stunden von Seoul entfernt, ist gleichzeitig eine Militärbasis. Foto: Shannon Aston/aus Surf Odyssey, Copyright Gestalten 2016
Shannon Astons Fotos der Surfkultur sind spektakulärer Surf-Porn.
Von Liza Marie Niesmak
Der beste Surfer, sagt man, ist der faulste Surfer. Denn wer gegen Wellen anpaddelt, anstatt abzuwarten, dem geht schnell die Pumpe – und der verliert im schlimmsten Fall die Lust. Schwierig wird es mit dem Faulsein allerdings, wenn bereits der Weg zum Wasser eine Herausforderung bedeutet. Wie in den Wintermonaten in Südkorea. Dort kämpfen sich junge surfwillige Koreaner in Ganzkörper-Neoprenanzügen durch kniehohen Schnee, um im eiskalten Wasser des japanischen Meeres zu trainieren.
Foto: Surf Odyssey, Copyright Gestalten 2016
Surfer beim Camping in Tasmanien. Foto: James Bowden/ aus Surf Odyssey, Copyright Gestalten 2016
James Otter stellt Surfbretter aus Holz her, dass auch nachhaltig bewirtschafteten Wäldern her. Foto: Mat Arney + Otter Surfboards/ aus Surf Odyssey, Copyright Gestalten 2016
Auch in Norwegen gibt es Surfspots, es empfiehlt sich aber ein langer Wetsuit. Foto: Andre Silva/ aus Surf Odyssey, Copyright Gestalten 2016
Dieses Foto von Surfer Steve Massfeller in seinem Truck entstand in den 1960-Jahren. Foto: Jeff Divine/ aus Surf Odyssey, Copyright Gestalten 2016
Dafür, dass sich auch unter Surfern ein größeres Umweltbewusstsein entwickelt, will die Kampagne "Surfers agains Sewage" sorgen. Foto: Surfers Against Sewage/ aus Surf Odyssey, Copyright Gestalten 2016
Der neuseeländische Fotograf Shannon Aston, der von 2007 bis 2013 als Dozent an einer Universität in Seoul lehrte, hat sie, Winter wie Sommer, mit der Kamera begleitet. Seine Bilder zeigen die wachsenden Surfszene am 38th Parallel Beach, südlich der demilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea. Aston bezeichnet die Koreaner, die dorthin zum Surfen kommen, als Jet-Setter, die reicher sind als die durchschnittlichen Kiwis oder amerikanischen Surfer. "Die Surfschulen, Shops und Hotels machen im Sommer ein ganz gutes Geschäft mit den Gästen aus Seoul", sagt er.
Ein Teil von Astons Fotostrecke wurde nun in dem Bildband "Surf Odyssey - The Culture of Wave Riding" (Gestalten) veröffentlicht. "Surf Odyssey" hält als Coffeetable-Buch über die weltweite Surfkultur das, was es verspricht: Surf-Porn! Bilder von langhaarigen Surfer-Dudes mit ihren Bussen also, mit Pick-up-Trucks, Vespas und natürlich auf ihren Surfboards. Darüber hinaus findet man das Porträt eines Engländers, der Surfbretter aus Holz schnitzt sowie Bilder einer Nachhaltigkeitskampagne gegen die Verschmutzung der Meere.
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Zur Zeit finden in St. Girons in Frankreich die Deutschen Meisterschaften im Surfen statt. Marlon Lipke (23) hat sie bereits fünf Mal gewonnen und ist der einzige Deutsche, der es im Wellenreiten auch zu internationalem Ruhm und Erfolg gebracht hat – weil er an der wellenreichen Atlantikküste Portugals aufgewachsen ist, wo sein Vater ein Surfcamp führt.
Wellenreiten ist eine Trendsportart, die ihren Boom zu großen Teilen ihrem Image zu verdanken hat. Dieses Image wiederum beruht hauptsächlich auf medial vermittelten Bildern über den Sport und seine Protagonisten. jetzt.de hat Marlon zwischen Aufstehen und allmorgendlicher Surfsession abgepasst und mit ihm hinter die Klischees des Surferlebens geblickt.