DigitalSüßkram-Hersteller Katjes wirbt mit Frau mit Kopftuch

Lesezeit: 2 Min.

Screenshot Youtube

Im Netz bricht darüber eine heftige Diskussion aus.

Eigentlich eine völlig banale Sache: Eine Frau isst ein Fruchtgummi. Trägt die Frau aber ein Kopftuch, wird daraus eine hitzige Diskussion. So wie im Fall der neuen Katjes-Werbung. Unter dem Slogan „Alles veggie“ wirbt der Süßkram-Hersteller damit, dass seine Fruchtgummis keine tierische Gelatine enthalten, die in der Regel aus Schweinen gewonnen wird. Deshalb können auch Muslime, denen der Verzehr von Schweinefleisch verboten ist, getrost davon essen.

In dem Werbeclip tritt eine junge Muslima auf, in pinkem Hidschab vor ebenso pinkem Hintergrund. Sie lächelt selbstbewusst, während sie in ihr Fruchtgummi beißt. Gerade mal 17 Sekunden dauert die Werbung. Die Frau weist darauf hin, dass die Produkte des Herstellers keine tierische Gelatine enthalten, dann sagt sie in die Kamera: „Achte mal drauf.“

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Seit das Unternehmen den Clip gepostet hat, wurde er über 321.000 Mal angesehen und mehrere Tausend Mal geteilt. In den Kommentarspalten herrscht vor allem eins: Uneinigkeit.

Auf Twitter schreibt etwa ein User: „In vielen Ländern wehren sich Frauen unter Einsatz ihres Lebens gegen den Hijab. In unserem Land wird er hofiert. Das ist so unglaublich. Sorry, #Katjes landet nicht mehr in meinem Einkaufswagen.“ Auch viele andere User werfen dem Hersteller vor, mit einem Symbol zu werben, das in ihren Augen die Unterdrückung von Frauen repräsentiert.

Natürlich spült es im Rahmen der Diskussion auch wieder allerlei Ängste vor „Islamisierung“ an die Oberfläche. Vor allem im rechten Lager. Frank Pasemann, Bundestagsabgeordneter der AfD, twittert: „Was soll uns diese Werbung sagen? Vielleicht, das nur Hijab-Trägerinnen dieses Produkt kaufen sollten?“

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Was Pasemann übersehen zu haben scheint: Das Unternehmen hat im Rahmen seiner „Alles veggie“-Kampagne drei Werbeclips veröffentlicht. In den anderen beiden Videos treten jeweils Frauen auf, die offenkundig keine Muslimas sind.

Andere User kritisieren, das Model Vici Metrovic sei keine muslimische Frau, man habe ihr das Kopftuch nur zu Werbezwecken aufgesetzt.

Viele loben die Kampagne aber auch dafür, dass sie Menschen aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen zeigt. „Mut zur Völkerverständigung“ nennt ein User das, ein anderer postet, er „finde es schön“, dass auch eine muslimische Frau gezeigt wird.

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Katjes hat inzwischen mit einem Statement auf die kontroverse Diskussion reagiert: „Mit der neuen Kampagne wollen wir insbesondere junge Frauen ansprechen, die Spaß am Leben haben und sich dabei bewusst ernähren. Dazu zählen auch junge Muslimas, bei denen der Verzicht auf tierische Gelatine eine bedeutende Rolle spielt.“ Das Unternehmen habe sich bewusst für „drei sehr unterschiedliche starke Frauen“ entschieden, die für die Vielfältigkeit ihrer Zielgruppe stehen.

Zuletzt haben mehrere Hersteller den Hidschab in ihre Vermarktung aufgenommen. Im vergangenen November wurde zum Beispiel erstmals eine Barbie mit Hidschab präsentiert. 2015 wurde die Modemarke H&M im Netz dafür gefeiert, dass eine muslimische Frau in einem ihrer Werbevideos Kopftuch trägt.

jwh

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