DigitalLehrer aus Ghana muss Word endlich nicht mehr an die Tafel malen

Lesezeit: 1 Min.

Foto: Screenshot Facebook

Nachdem seine Zeichnung weltweit geteilt wurde, bekam die Schule Computer gespendet.

Selten ist ein Tafelbild spannend genug, dass es jemand wirklich gerne anschauen würde. Meistens wollen es nicht mal alle Schüler sehen. Deshalb geben sich viele Lehrer vermutlich auch nicht so viel Mühe bei der Gestaltung. Anders war das kürzlich bei Lehrer Richard Appiah Akoto (auf Facebook nennt er sich Owura Kwadwo Hottish) aus Ghana. Er malte nämlich die komplette Startseite von Microsoft Word an die Tafel, beeindruckend detailgetreu, mit bunten Kreiden – und das nicht zum ersten Mal.

Denn obwohl das Fach „Informations- und Kommunikationstechnologie“ Teil einer landesweiten Prüfung für die Schüler aus Ghana ist und sie dementsprechend wissen müssen, wie man mit Microsoft Word umgeht, hat nicht jede Schule in Ghana Computer, die die Jugendlichen zum Lernen nutzen können. Auch in der Junior High School im Dorf Betenase in Ghana, in der Akoto seit sechs Jahren unterrichtet, gab es keinen Computer, an dem Akoto den Schülern das Programm hätte beibringen können.

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Nachdem Akoto ein Foto seines Tafelbildes auf Facebook gepostet hatte, wurde es tausendfach auf den Sozialen Netzwerken geteilt und über Medien aus verschiedenen Ländern verbreitet. Menschen weltweit zeigten sich begeistert vom Engagement des Lehrers – und alarmiert von den schlechten Lehr- und Lernbedingungen in den Schulen Ghanas.

Diese Aufmerksamkeitswelle hat nun einige Veränderungen losgetreten. Microsoft reagierte auf Akotos Mühen, stattete ihn mit einem Computer und der Lizenz für das Programm aus, lud ihn sogar zu einer Tagung für Digitale Bildung nach Singapur ein. Diesem Beispiel folgten Privatpersonen und Unternehmen aus Ghana und spendeten weitere Computer an die Schule.

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Akoto und seine Schüler freuten sich sichtlich über die Spende und bedankten sich via Selfie auf Facebook, auf dem sie stolz einen Laptop in die Höhe halten.

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Was man trotz all der guten Neuigkeiten allerdings nicht vergessen sollte: Das grundsätzliche Problem ist nun natürlich nicht durch Spenden an eine einzelne Schule behoben. Schließlich ist Betenase nicht das einzige Dorf, dessen Schule schlecht ausgestattet ist. Vor allem in armen, ländlichen Gegenden Ghanas beziehungsweise Afrikas gibt es häufig keine Computer, an denen die Schüler arbeiten können. Und auch dort muss sich etwas verändern – auch wenn die Lehrer vielleicht nicht ganz so erfolgreich auf Social Media sind wie Akoto.

lath

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