Binge Watching"The Shield" ist die beste aller Cop-Serien

Lesezeit: 3 Min.

„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.
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Illustration: Julia Schubert

Good cops, bad cops in allen Abstufungen. Eine Anleitung zum Binge-Watching.

Von Christina Waechter

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Die Serie

Detective Vic Mackey (Michael Chicklis) ist eine Testosteronbombe auf zwei Beinen. Der bullige Glatzkopf leitet das Strike Team auf  einer der berüchtigtsten Wachen von Los Angeles, genannt "The Barn". Die Aufgabe seiner Einheit: einspringen, wenn es ganz besonders brenzlig wird und Gefahr im Verzug ist, die bösen Kerle in den Knast bringen und die Guten befreien. Die Schwerpunkte: Gang- und Drogendelikte.

Weil dem Strike-Team immer wieder große Erfolge gelingen, treten die Mitglieder des Teams dementsprechend arrogant auf – vor allem gegenüber den Kollegen auf der Wache. Sie bilden eine Familie, haben ihren eigenen Clubraum, ihre eigenen Regeln und nehmen es mit Gesetzen und Vorschriften nicht ganz so genau, wie bald deutlich wird. Ihr neuer Vorgesetzter ist der ehrgeizige Captain David Acaveda, der alles dafür tut, um die Kriminalitätsrate in seinem Viertel Farmington zu senken – der Mann denkt taktisch und hat noch einiges vor in seinem Leben. Und obwohl er ahnt, dass die Mitglieder des Strike-Teams immer wieder auf illegalen Wegen zu ihren Erfolgen kommen, lässt er sie gewähren, weil sie das Gang-Problem tatsächlich in den Griff zu bekommen scheinen und die Kriminalität im Einflussbereich der Wache senken. Gleichzeitig will Acaveda auf keinen Fall mit den dunklen Machenschaften des Strike-Teams in Verbindung gebracht werden, um seine weitere politische Karriere nicht zu gefährden. Deshalb versucht er nebenbei, Vic Mackey über Bande zur Strecke zu bringen.

Wo findest du die Serie?

"The Shield" kannst du Maxdome und Amazon streamen. Du kannst dir die DVDs aber auch relativ preiswert kaufen.

Der Zeitaufwand:

Mit "The Shield" kann man eine Weile verbringen. Die sieben Staffeln haben insgesamt 89 Epsioden und die dauern im Schnitt 45 Minuten. Da muss man ein paar Wochenenden einplanen.

Wo du Zeit sparen kannst:

Der Titel- und Abspann-Song wird nach dem dritten Mal echt anstrengend, er ist eine Art vertonte Aggressionstherapie. Zumindest den Abspann, der ungefähr 40 Sekunden dauert, kannst du dir von da ab sparen. Ansonsten solltest du nicht den Fehler machen, diese Serie vorzeitig abzubrechen. Das Ende gilt nämlich in Serienliebhaber-Kreisen als eines der besten.

Womit kannst du das vor deinem Gewissen rechtfertigen?

Man mag es angesichts des Trailers, des Themas und der Physignomie des Hauptdarstellers kaum glauben, aber "The Shield" ist tatsächlich eine unglaublich differenzierte Show über das Leben einer Gruppe von Menschen, die wenig gemeinsam haben außer der Polizeiarbeit. Das Besondere an "The Shield" ist vor allem die absolut stringente Entwicklung von Story und Charakteren über den Verlauf von sieben Staffeln, was sonst kaum eine Serie so durchgängig und auf so hohem Niveau hinkriegt. So lernt man zum Beispiel Vic Mackey zu schätzen, und obwohl er ein Kotzbrocken ist, wird einem sein weiterer Lebensweg nie gleichgültig.

So fühlst du dich am Tag danach

Das Haus in der Nachbarschaft, in dem täglich Leute ein- und ausgehen? Vermutlich die lokale Crackhöhle. Das Wettbüro um die Ecke mit den verklebten Scheiben? Zentrale der Streetgang, die das Viertel unsicher macht (Stichwort Mülltrennung). Der Kontaktbeamte, der durchs Viertel streift? Korrupt bis auf die Knochen. Und alles hängt mit allem zusammen. Erst mal im Keller auf einer Pinnwand mit Fotos und Bindfäden ein Täterprofil erstellen....

Und jetzt?

Kurz ausruhen und das Testosteronlevel wieder auf ein normales Level runterfahren. Sonst könnte es gefährlich werden. Dann entscheiden: Soll es weitergehen mit den Abgründen der organisierten Kriminalität? Dann bieten sich natürlich die beiden Klassiker des Genres an: "The Wire" und "The Sopranos".

Nicht ganz so naheliegend, aber mit ähnlichem Thema und von guter Qualität ist die Serie "Sons of Anarchy", die im Rocker-Milieu spielt und auf dem Shakespeare-Drama "Hamlet" beruht. Klingt komisch, ist aber absolut sehenswert!

Oder du wartest auf das aktuelle Projekt von "The Shield"-Erfinder Shawn Ryan. Der produziert nämlich gerade eine neue Serie von Baz Luhrman für Netflix. "The Get Down" ist ein Musical-Drama und erzählt vom New York der 70er Jahre, der Entstehung von Disco, Punk und HipHop. In Deutschland soll die erste Staffel der Serie im Sommer auf Netflix gestreamt werden.

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Von Christina Waechter
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