Kobe-Rindfleisch

Von der Unkenntnis über Gepflogenheiten im fernen Nippon profitiert wohl auch das Kobe-Rindfleisch. Handgestreichelt, ach was, sogar mit Sake und Gin massiert sollen die Tiere sein. Bier und bestes Futter sollen sie den ganzen Tag verabreicht bekommen und damit ein ganz außerordentliches Fleisch ansetzen, für das horrende Preise verlangt werden können: 200 Euro und mehr muss der Käufer für ein Steak zahlen. Ob es ein geschickter Marketing-Gag der Japaner oder der Fleisch-Importeure war, oder ob alles nur auf Missverständnissen beruht, ist nicht ganz klar. Sicher ist: Die Wellness-Behandlung für das Vieh ist ein Mythos.

Es handelt sich bei einem Kobe-Steak zweifellos um ein gutes Stück Fleisch. Es ist fetthaltiger und stärker marmoriert. Verantwortlich sind in erster Linie die Rasse und das Kraftfutter, das die japanischen Rinder besser vertragen als ihre europäischen Artgenossen. Zum Fettansatz trägt auch bei, dass die Rinder kastriert werden. Außerdem brauchen die Tiere etwas länger bis zur Schlachtreife. Dennoch können Sie gutes Rindfleisch auch bedeutend billiger bekommen. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Bild: AFP 18. April 2013, 13:592013-04-18 13:59:27 © Süddeutsche.de/beu/dd/rus