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Wie gefährlich die Brustimplantate sind:Wie groß ist die Krebsgefahr?

Ob das billige Gel darüber hinaus giftig wirkt, ist noch nicht abschließend beurteilt. Deutsche Ärzteverbände sprechen von einer "potentiellen, bis heute kaum bekannten Toxizität". Erste Studien ergaben allerdings keine akute toxische Wirkung auf Gewebe. In Labortests konnte auch keine genverändernde Wirkung festgestellt werden. Kompliziert wird die Lage allerdings dadurch, dass nicht klar ist, ob alle PIP-Implantate das gleiche Gel enthalten.

[] Krebsgefahr

Die Angst, die billigen Implantate könnten Krebs hervorrufen, hatte dem Skandal Ende des vergangenen Jahres erst richtig Fahrt gegeben. In Frankreich waren insgesamt 20 PIP-Implantat-Trägerinnen überwiegend an Brustkrebs erkrankt. Rein statistisch betrachtet ist dies nicht viel, jede achte bis zehnte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs, die Rate müsste also bei bis zu 3000 liegen. Allerdings sind die meisten Implantat-Trägerinnen noch jung, es ist nicht ausgeschlossen, dass etliche von ihnen später noch erkranken werden.

Das französische Krebsinstitut stellte fest, dass aus den heute verfügbaren Daten kein erhöhtes Brustkrebsrisiko geschlossen werden kann - weder für Trägerinnen von PIP-Implantaten noch für Frauen mit Silikonkissen anderer Hersteller.

Etwas diffiziler ist der Fall beim Lymphdrüsenkrebs. In Frankreich war eine Frau mit PIP-Kissen am sogenannten anaplastischen großzelligen Lymphom gestorben. Schon im vergangen Jahr hatte die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA darauf hingewiesen, dass Frauen mit Silikoneinlagen in der Brust ein kleines, aber erhöhtes Risiko haben könnten, an diesem sehr seltenen Leiden zu erkranken. Die amerikanische Behörde geht von etwa 60 Fällen unter Brustimplantat-Trägerinnen weltweit aus. Sie räumt ein, dass dies zu wenig ist, um daraus allgemeingültige Empfehlungen abzuleiten. Die von der FDA zitierten Daten gelten für alle Silikon-Implantate. Ein erhöhtes Risiko speziell bei PIP-Implantaten ließ sich bislang nicht feststellen.

[] Debatte über die Kosten

Wer für die empfohlene Entnahme der Implantate aufkommt, wird derzeit heftig diskutiert. Das Bundesgesundheitsministerium sieht grundsätzlich die Kassen in der Pflicht. Diese wollen jedoch bei Frauen, die sich die Kissen allein aus ästhetischen Gründen etwa zur Brustvergrößerung haben einsetzen lassen, nicht die volle Kostenübernahme garantieren und erwarten eine Beteiligung von Patientinnen und Schönheits-Ärzten. "Schönheitsoperationen sind ein lukratives Geschäft für Ärzte. Wir fordern die Ärzte auf, ihre Patientinnen mit den Folgekosten ihres ärztlich-unternehmerischen Handelns jetzt nicht alleine zu lassen", sagte ein Sprecher des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen GKV. Zugleich versicherte er, dass die Kassen die Kosten für den Austausch der Implantate übernehmen, wenn die Patientinnen die Silikonkissen aufgrund einer Erkrankung eingesetzt bekamen.