West-Nil-Virus Tödliche Mückenstiche

Stechmücken übertragen das West-Nil-Virus.

(Foto: dpa)
  • Dieses Jahr gibt es besonders viele Fälle von West-Nil-Fieber in Süd- und Südosteuropa.
  • In Italien, Griechenland und Serbien sind bereits 47 Menschen an der Virusinfektion gestorben.
  • Die Krankheit wird von Stechmücken übertragen, Reisende sollten daher Mückenschutz verwenden.
Von Stephanie Göing

In Süd- und Südost-Europa breitet sich das West-Nil-Fieber immer weiter aus. Allein in Italien, Griechenland und Serbien sind bereits 47 Menschen an der Virusinfektion gestorben. Mindestens 400 Personen in Europa sind nachweislich infiziert - die tatsächliche Zahl dürfte sogar noch höher liegen.

Das West-Nil-Fieber ist eine durch Viren ausgelöste Infektionskrankheit, die von Stechmücken übertragen wird und auf der ganzen Welt verbreitet ist. Der eigentliche Hauptwirt des West-Nil-Virus sind Wildvögel, doch auch Säugetiere können sich infizieren - als sogenannter Fehlwirt. Nur bei etwa 20 Prozent der Fälle zeigen sich Symptome, etwa eine von hundert Infektionen führt zu einem schweren Krankheitsverlauf. Betrifft dieser das Nervensystem, kann es zu Hirnhaut- oder Gehirnentzündungen kommen und in seltenen Fällen, insbesondere bei älteren Personen, auch zum Tod. Menschen untereinander können sich nicht anstecken.

Mückenschutz kann vor einer Infektion mit dem Virus schützen

Betroffen vom West-Nil-Virus sind in Italien vor allem der Norden und Sardinien, in Griechenland die Halbinsel Peloponnes sowie die Regionen um Athen und Thessaloniki. In Serbien wurden Fälle um die Hauptstadt Belgrad bestätigt. Ungarn, Rumänien, Kroatien, Bosnien und der Kosovo melden ebenfalls Infektionen.

Reisende, die in den betroffenen Ländern unterwegs sind, sollten Insektenschutzmittel verwenden, um Mückenstichen vorzubeugen. Typische Symptome für West-Nil-Fieber sind Muskel- und Gliederschmerzen, geschwollene Lymphknoten, Fieber, Durchfall und möglicherweise Hautausschlag an Brust, Rücken oder Armen. Es gibt keine Schutzimpfung gegen die Krankheit.

In Deutschland gab es bislang keine Übertragung auf den Menschen. Allerdings wurde das Virus bei einem Vogel nachgewiesen, wie das Friedrich-Loeffler-Institut mitteilte. Ein Bartkauz in Halle in Sachsen-Anhalt war Mitte August tot in seiner Voliere aufgefunden worden. Nun wird geprüft, ob Stechmücken in der Umgebung den Erreger in sich tragen.

Dieses Jahr sind laut Experten die Fallzahlen besonders hoch, während im Vorjahr nur insgesamt 55 Infektionen und ein Todesfall erfasst wurden. Die Gründe dafür seien unklar, so der Epidemiologe Klaus Stark vom Robert Koch-Institut. Möglicherweise liege es an dem langanhaltend warmen Wetter und den Populationszahlen bestimmter Vögel oder Mücken.

Mit Material von dpa

Parasiten

Einmaleins des Ungeziefers