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Wechseljahre:Lang anhaltende Wallungen

Sieben Jahre und mehr sind keine Seltenheit: Die Wechseljahre dauern häufig deutlich länger als bislang angenommen. Das hat Folgen für die Behandlung - vor allem mit Hormonen.

Frauen haben es mit den Wechseljahren oft besonders schwer: Sie leiden körperlich unter der hormonellen Umstellung, die nach der letzten Regelblutung auf sie zukommt. Von den bekannten Hitzewallungen bis zu nächtlichen Schweißausbrüchen fassen Mediziner die Beschwerden als Vasomotorische Symptome (VMS) zusammen.

Wie eine Studie jetzt zeigt, schlagen sich die meisten Frauen damit noch weit länger herum als angenommen. Das Team der amerikanischen "Study of Women's Health Across the Nation" (SWAN) berichtet, dass jede zweite Frau sieben und mehr Jahre lang ausgeprägte Beschwerden hat - anstatt der bisher geschätzten zweieinhalb Jahre (JAMA Internal Medicine, online, 2015).

Die erheblich längere Dauer der Symptome ist nach Auffassung der Autoren vor allem für die ärztliche Betreuung wichtig. Denn obwohl die Hormonersatztherapie wegen erhöhter Risiken für Brustkrebs, Schlaganfälle, Herzinfarkte und Eierstockkrebs heute deutlich weniger oft verschrieben wird als noch vor 15 Jahren, bleibt sie das Mittel der Wahl und wird für die - vermeintlich kurze - Phase heftiger Beschwerden nach wie vor häufig verordnet.

Allein in Deutschland betrifft das schätzungsweise 300 000 Frauen. Da viele dieser Frauen vermutlich langfristig Beschwerden haben und die Hormone entsprechend länger einnehmen, fordern die Mediziner nun, endlich alternative Behandlungskonzepte für die Wechseljahre zu entwickeln, um die Nebenwirkungen der Hormonkur zu vermeiden.

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Riskante Hormone

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