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Vorbeugung:Wie man sich vor Noroviren schützen kann

Marseiller Seifen-Werkstatt pflegt altes Handwerk

Gründliches Händewaschen mit Seife schützt besser vor Noroviren als Desinfektionsmittel.

(Foto: dpa)

Wer die Ansteckung mit dem Norovirus vermeiden will, muss extrem genau auf Hygiene achten. Ein Überblick über die Maßnahmen.

Einen hundertprozentigen Schutz vor einer Norovirus-Erkrankung gibt es nicht. Wer vorbeugen will, muss strenge Hygiene walten lassen. Dies gilt umsomehr, wenn im Haushalt chronisch kranke oder sehr alte Menschen leben. Bei ihnen kann der Brechdurchfall schwer und im Extremfall sogar tödlich verlaufen. Folgende Maßnahmen schützen davor:

Kontakt zu Erkrankten

Am größten ist die Ansteckungsgefahr, wenn ein Familienmitglied erkrankt. Kann der Betroffene für sich allein sorgen, sollten seine Angehörigen den Kontakt meiden. Nach Möglichkeit sollten ihm ein eigenes Bad und Zimmer zugestanden werden.

Kommt der Kranke, beispielsweise ein Kind, nicht allein zurecht, sollte nur ein Familienmitglied seine Betreuung übernehmen. Mundschutz und Handschuhe können das Risiko einer Ansteckung senken. Wer beim Kranken wacht, sollte nicht zugleich das Essen für die Familie zubereiten. Die Gefahr, dass winzige Erregermengen in die Speisen gelangen, ist groß.

Kinder oder sehr alte Familienmitglieder sollten nicht zum Kranken gelassen werden. Sie stecken sich besonders leicht an und können schwerer leiden.

Handhygiene

Wer selbst erkrankt ist oder einen Erkrankten versorgt, sollte seine Hände regelmäßig gründlich mit Seife waschen. Man sollte ruhig einige Zeit und Hingabe darauf verwenden, empfehlen Mediziner. Ratsam ist, die Hände mit Wegwerftüchern zu trocknen. Alternativ sollte jedes Familienmitglied sein eigenes Händehandtuch bekommen.

Gibt es vorbeugende Arzneien?

Desinfektionsmittel sind kein Ersatz für das Händewaschen. Forscher haben gezeigt, dass Wasser und Seife ein wirksamerer Schutz gegen Noroviren sind, als die Desinfektion. Ohnehin wirken längst nicht alle der gängigen Desinfektionsmittel gegen Viren. Wer solche Mittel verwenden möchte, sollte in der Apotheke nachfragen und sie genau nach Vorschrift anwenden.

Reinigung von Sanitäreinrichtungen

Alles, womit der Kranke oder seine Ausscheidungen in Berührung gekommen sind, muss gründlich gereinigt werden. Dabei sollten Gummihandschuhe getragen und Wegwerftücher verwendet werden. Auch Türklinken, Wasserhähne und Lichtschalter dürfen nicht vergessen werden. Desinfektionsmittel sind im Privathaushalt nicht unbedingt nötig. Wer sie dennoch verwenden möchte, sollte darauf achten, dass sie auch speziell gegen Viren wirken.

Wäsche

Noroviren können Temperaturen bis 60 Grad überstehen. Damit ist der 60-Grad-Waschgang nicht wirklich sicher, zumal längst nicht jede Waschmaschine diese Temperatur tatsächlich erreicht. Sicherer ist, den Kochwaschgang einzuschalten. Ist dies nicht möglich, sollte die Wäsche des Erkrankten getrennt von anderen Textilien bei 60 Grad gewaschen werden.

Besteck und Geschirr

Teller, Tassen und Besteck bedürfen keiner besonderen Reinigung. Sie können wie üblich gespült werden.

Vorbeugende Arzneien

Es gibt keine Imfpung oder prophylaktische Mittel gegen die Viren. Auch Probiotika, die in gewissem Maße Schutz vor Durchfallerkrankungen bieten können, zeigen einer kleinen japanischen Studie zufolge keine vorbeugende Wirkung.

(Quellen: Robert-Koch-Insitut, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Ärztekammer Nordrhein, Deutsches Beratungszentrum für Hygiene)